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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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gelästert zu werden, der Welt gegeben haben. Aber Sic wollennach Riga zurück! Nun, ich habe nichts zu rathen, weil ichnur Rathsherr für den Kanton Aargau bin.

Wan» gehen Sic nach Riga? Werden Sie mir dann anch vonden sandigen Gefilden der Düna noch ein Briefchen in meine stilleKlause am Jura zn schicken? oder mich dort, in legitimer Scheuvor allem Geächteten der Zeit, vergessen? Kämen Sie bis zumholdselige» Peipussee, so würd' ich Sie bitten, dort meinen alten,lieben Freund, Staatsrath und Professor Bartels zu besuchenund freundlich zu begrüßen.

Eigentlich ist mir Ihr und des Himmels Rath unerforschlich.Aber wenn Sie irgend können, bleiben Sie doch unter nnscrmmildern Himmel! Wär' ich ein reicher Herr: ich machte Sie ansLebenszeit zu meinem Hausphilosophcn, gäbe Ihnen mäßigen Ge-halt (ein Philosoph muß nicht viel haben) und ein treffliches Mädchenzur Frau. Gibt Ihnen der greise Boß, der weiseste Mann inHeidelberg, nicht denselben Rath, wenn Sie in Heidelberg sind?Ein Weib, ein Freund und eine Hütte! Am Ende wünscht'ich, Sie säßen lieber in Paris als in Riga.

Es scheint, Sie denken gar nicht mehr daran, mir einen klei-nen Besuch zu machen. Ich hätte fast Lust, Sie in Heidelbergoder Karlsruhe einmal zu überraschen, wenn ich nur sicher wäre,daß man mich nicht wegen demagogischer Umtriebe bis zu den Ufernder Spree führte, wie dem Professor Cousin geschah. GlaubenSie, daß ich scherze? Heutiges Tages ist unter der Aegide politi-scher Heiligkeit aller Unfug möglich, und diente er am Ende auchnur, einem ehrlichen Mann schadenfroh, einen Streich zu spielen.

Wir hiesiges Landes find gesund und frohes Sinnes, und möch-ten unsere heitern Tage gern mit Ihnen theilcn.

Zsch. Ges. Schr. 32. Thl.

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