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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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schweigen geboten, würde man weniger von den Faseleien überreligiöse und kirchliche Sachen hören und lesen müssen. Die Höfewollen sich Ringmauern ans Altären bauen, die aber nur dann alsBrustwehren hoch genug sind, wenn man vor denselben kniet. DerMenschheit ist das Küien aber nicht mehr recht.

Messen Sie doch mir Ihre Briefe nicht nach Inhalt und Längeder »reinigen, zu. Sic schreiben Briefe, ich nur Entwürfe dazu.

Adieu! Gott gebe Ihnen Gesundheit und heitern Sinn. Mirwünsch' ich nichts, als die Dauer Ihrer Freundschaft.

8 .

Nach Baden-Baden. 22. Jnni 1822.

Ich will keineswegs, mein theurcr und herzlichlieber Freund,die eine Hälfte des Briefs mit Entschuldigungen füllen, warumich die andere Hälfte so spät schreibe. Sie kennen nun meine Erb-sünde aus Erfahrung. Wäre Ihr Junius-Schreiben vom 17. nichterschienen, würd' ich Ihnen wahrscheinlich erst im Juli geschriebenhaben, um mit meinem Brief eine sehr liebenswürdige, geistvolleund gebildete junge Fra» von Aarau in Ihre Bekanntschaft zuführen, weil sie dort wenige Bekannte hat, am wenigsten solche,wie sie sich wohl wünschen, aber nicht leicht aufflnden kann , und wieSic z. B. sind. Also bleibt das dem künftigen Monat Vorbehalten.

Wer Sic kennt, kennt Sie, und es muß in der Welt wohlnicht zwei Jochmanne geben, sonst würde Ihr vertrauter Freundin Riga sich nicht so schalkhaft bei Ihnen nach dem Verfasser desRobcspicrre erkundigt haben. Daß ein Anderer Sie noch in Wienerrathen, wunderte mich um so mehr, da meines Wissens die Neber-licfernngen in Wien verbotene Waare sind, ausgenommen circa40 Ercmplarc für den Hof, die Erzherzöge, lesenden Minister re.Ihr Freund muß da in diplomatischen Atmosphären gewandelt haben,wo der Geruchssinn gewöhnlich schärfer sein soll.