Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
338
Einzelbild herunterladen
 

338

am sehr Unrechten Fleck. In seinem Gedankengang ist etwas auf-fallend Schnödes, das heißt, die Operationen des Denkens gehenihm mühsam von statten. Er kann sich daher beinahe gar nicht ineines Andern Idee hincinfinden, sondern hat genug mit sich selbstzu thun. Das gibt ihm das Ansehen von Starrsinnigkeit; aber esist keine moralische Starrsinnigkeit, sondern eine rein intellektuelle,die aus Unbehülstichkeit und Einseitigkeit der Geistesmanipulationenentsteht. Man kann sich denken, was aus einem solchen Thron-erben werden mußte, wenn man ihm dazu noch predigte:einKönig muß einen festen Charakter und Folgerechtigkeit haben!"Und folgerecht ist er bis zur Uebertreibung. Er wünscht, weil erBürger in Basel geworden ist, ein Amt zu haben.Wozu das?"fragt' ich.Damit ich in der Welt nütze, und besonders in demStaat, dessen Glied ich bin."Sie können das, ohne bürger-liches Amt. Schreiben Sie Ihre Erfahrungen, Ihre Ansichten überdas Land Ihrer Väter u. s. w. nieder."Das kann ich nicht.Man würde mir aus Schweden die nöthigen Materialien nicht zu-kommen lassen. Zudem thnt mir die sitzende Lebensart nicht wohl.Ich bin von Kindheit an zum thätigen Umhertreiben gewöhnt."Kausen Sie ein Landgut, bauen Sie Ihren Garten selbst an,wie Diokletian oder Napoleon, sammeln Sie eine Bibliothekund verbinden Sie sich mit geistreichen Männern."Ich verstehenichts von Landwirthschaft und bin kein Gelehrter. Ich muß einAmt haben, das mich beschäftigt. Ich bin Bürger und will ganzBürger sein und alle Bürgerpflichten erfüllen. Stelle man michan, wo man wolle; ich werde meine Pflicht thun."Warumkauften Sie sich nicht in unser»: Aargan an; hier hätten Sie,laut Verfassung, Soldat werden müssen. Sie wären in den General-stab gesetzt." Der Gedanke frappirte ihn, und, wenn er derAnstellung sicher wäre, würde er das Bürgerrecht bei uns erkaufen.

Ihre Aeußerungen über Priesterthmn, katholisches und prote-