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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
325
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fast ganz an. Von Zeit zu Zeit besuchte er mich. Am häufig-sten verkehrten wir mit einander in unser» Briefen.

Ich beklage, die seinigen nicht sorgfältiger aufbewahrt zu haben.Einen derselben, welchen er ans dem südlichen Frankreich schrieb,ist folgender:

Marseille, de» 5. April 1821.

Im November des vorigen Jahres habe ich Ihnen aus Mont-pellier geschrieben. Darf ich von meiner damaligen Stimmungauf den Inhalt meines Briefes schließen, so enthielt er nicht vielmehr, als hypochondrische Grillen, und nichts Wahres, als dieVersicherung, daß ich Ihrer und Ihrer Freunde in Aarau mit derinnigsten Zuneigung gedachte. Dies letztere ist übrigens jetzt sowahr, als damals, und wird — ich fühl' es — immer so seinHeute bring' ich mich Ihnen durch diese Zeilen in Erinnerung,weil ich es bald persönlich zu thun denke, und nicht als ein Ver-gessener dem Einsiedler am Jura zu erscheinen wünsche. Es istmeine Absicht, den bevorstehenden ganzen Sommer Ihrem schönen,freien Vaterlandc zu widmen. Freilich traue ich mir noch nichtdie Kräfte und die Heiterkeit zu, die zu einer einsamen Alpenreiseerfordert werden; aber ich Hab' es auch eigentlich nicht auf einesolche, sondern mehr auf einen längern Aufenthalt in der Leib undSeel erquickenden Bergluft abgesehen. Ob ich damit etwa eineMolkenkur in Gais oder auf dem Rigi zu verbinden habe, sollvon Ihrem und Ihres braven Arztes Schmutziger*) Rath ab-hängen; wie ich mir denn überhaupt die weitern Verhaltsbefehlefür mein Schweizerleben in den ersten Tagen des Mai bei Ihnenholen will.

Ich habe bisher in Nizza gelebt; bin zum Theil Zeuge der

*) Einer der ausgezeichnetsten Aerzte der Schweiz, welcher im Jahre1830 zu Aarau starb.