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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
324
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geheime Geschichte seines Herzens, bis auf gewisse Einzelheiten,in mir hell.

Als er endlich eine zeitlang stillschwieg, vcrmnthlich einer Ant-wort von mir gewärtig, erwachte ich wieder zur Besonnenheit undKlarheit der Dinge um mich her. Statt das Gespräch fortzusetzen,bat ich um Erlaubniß, ihm offen zu sagen, was unwillkürlich inmir vorgegangen sei, weil mir's selbst zu wichtig wäre, von ihmzu erfahre», ob mich vielleicht meine Phantasie mit einer Selbst-täuschung äffe. Ich erzählte ihm von seiner Vergangenheit, vonbesonder» Lcbensvcrhältniffen, von einer Liebe, die schmerzlichenAusgang für sein Gcmüth gehabt n. s. w. Er starrte mich selt-sam an; er gestand redlich die verschiedenen Vorgänge ein, selbstdie Nichtigkeit von mir angeführter Nebendinge und Kleinigkeiten.Beide gleich sehr verwundert, erschöpften wir uns in fortgesetzterUnterhaltung mit Vermnthnngcn aller Art, dies seelische Räthselzu lösen.

Auf diese Weise ganz unerwartet enger znsammengeführt, trenn-ten wir uns so bald nicht. Wir blieben mehrere Tage beisammen,und jeden Tag gewann ich den trefflichen Mann lieber, den so vielHerzcnsgütc und geistige Lichtfülle auszeichnete.

Von da stammte eine Freundschaft, die wir für einander durchsganze Leben ungebrochen bewahrten. Er begab sich ins südlicheFrankreich, um seine Gesundheit unter mildcrm Himmel erstarkenzu lassen. Unbefriedigt kehrte er nach beinahe einem Jahre zumir zurück, brachte einen Theil des Sommers (1821) in verschie-denen Gegenden der Schweiz zu; ging (im Herbst 1821) nachParis, wo er im Umgang mit Oelsner, Schlabrendorf,Stapfcr, und andern Weisen und Geschäftsmänncrn herrlicheTage verlebte, aber wieder znrückkam, um in den Heilquellen vonBaden-Baden seine Genesung zu suchen. Diese schienen ihm zu-sagend; er siedelte sich endlich dort, und abwechselnd in Karlsruhe,