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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
319
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B-, ein sehr bejahrter Mann, der, nach einer kinderlosen Ehe miteiner Schwester des Generals Rüchel, Wittwer geworden warund zu präsumtiven Erben vier junge Neffen hatte, die sich nichtweit von seinem Wohnorte aufhielten, und das Ende seines Lebensund ihrer beschränkten Lage mit Sehnsucht erwarten mochten. Herrvon B. war seit vierzig Jahren in der ganzen Nachbarschaft durchnichts bekannt als durch seinen Geiz und seine Leidenschaft fürdas l'vowbrö-Spiel, das in dieser ganzen, langen Zeit, nächstdem Gelde, den einzigen Gegenstand seiner täglichen Beschäftigungund seines täglichen Vergnügens ausgemacht hatte. Endlich er-barmte sich der Tod der harrenden Erben; man meldet ihnen denvor etwa vierundzwanzig Stunden plötzlich erfolgten Hintritt desOheims. Sie eilen in das Sterbehans und erkundigen sich in die-sem, schon des Wohlstandes halber, zuerst nach der Leiche des Erb-lassers, die sie in dem wohlbekannten Schlafrocke desselben nochim Schlafzimmer und auf dem Bette finden. Indessen hatte nichtder Wohlstand allein sie zuerst in dieses Zimmer geführt. In die-sem Zimmer befand sich auch des Wohlscligen Pult, dessen Inhaltihnen über ihre Wünsche und Hoffnungen Gewißheit geben sollte.Kaum erwarten sie den Augenblick, in dem sie allein sind, um eszu öffnen. In froher Hast werfen sie Rechnungen, Briefe und an-dere gleichgültige Papiere durcheinander, um zu der Hauptsache,des Oheims Hauptbuch, zu gelangen; und wie angenehm findensie sich in ihren Erwartungen getäuscht, als sie statt der vermnthe-ten 100,000 Rthlr. eine Erbschaft von mehr als 350,000 Rthlr.entdecken.

Mit Mühe unterdrücken sie den Jubel in ihren Herzen, umnur eine erträgliche Ernsthaftigkeit zu erzwingen. Doch wird einleckeres Mittagsmahl bestellt, der beste Wein ans dem ererbtenKeller aufgetischt und in einem an das Schlafkabinet grenzendenZimmer tafeln die jungen Herren nach dem wohlgcrathenen Werke