wärts schreiten. „Ich verliere hier/' schrieb er, „die kostbarenTage und Jahre mit Ausgleichen, Anssöhncn, Verhehlen der Män-gel, damit nnr nicht das Ganze zerfalle, mit Anstrebcn gegenwilde Leidenschaftlichkeit. Ich weiß Alles, was geschehen müßte,um Leben und That in unser» Kreis zu bringen, und kann cS dochnicht schaffen und kan» doch die Hindernisse nicht wcgräumen. Dasist peinlich! Doch ist ja der Mensch das Kind der Sorge, wie dieschöne Paramythie von Herder sagt."
So klagte er am Ende des Jahrs 1812; so wiederholte cr'sam Ende des folgenden. „Was ich thue? Ich flicke an unsererAkademie unter täglichen Störungen, Streiten, Verlcumdetwerdcn,ungehörtcn Vorschlägen; — ich bin in einen Zanberkreis gebannt,mühe mich ab, nütze wenig, habe meines Treibens keinen Lohn;und doch auch zwischendurch wieder so viel Anerkennung und Wir-kung, daß ich aus dem Kreise nicht heraus kann. Meine Tagevergehen wie ein leeres Geschwätz."
Unfälle, die ihn persönlich berühren mochten, betrübten ihnwenig, nur leicht vorübergehend, oder gar nicht; Kränkungen ver-schiedener Art, die ihm absichtlich bereitet wurden, störten seineinnere Ruhe nur durch die Trauer über das Leidenschaftliche undVerderbte in. der Gemüthsart derer, die ihre Pfeile gegen ihnrichteten. „Stelle dir," schrieb er im Jahr 1815, als er aber-mals, wie in den Jahren 1809 und 1810, von Gegnern ähnlicherArt öffentliche Angriffe dulden mußte, „stelle dir übrigens meinenUnmuth über diese Angriffe doch nicht bitterer vor, als er wirklichist. Mir thut es Weh, daß Männer, die ich geachtet habe, daUnwahres sagen, wo sie offenbar wissen, daß es Unwahres ist.Und weil der Fall mich betrifft, so bin ich sicherer, daß es so ist,und folglich mit Recht betrübt über diesen Unadel in der mensch-lichen Natur. Es würde mich aber eben so sehr ärgern, wenn esdich oder einen ganz Dritten beträfe, vorausgesetzt, daß ich so fest