Er, der weniger reizbar gegen persönliche Beleidigungen, alsJakobi war, nur ans das Bestehen und Gedeihen der königlichenAkademie sah, der er seine ganze Thätigkeit, sein Dichten undTrachten hinopfertc, fürchtete fast eben so sehr, daß einer von denGegnern Jakobi's, als Jakobi selbst, die schöne Anstalt verlassenwerde. Er stimmte also immerdar zu gütlicher Ausgleichung, ob-gleich der Handel schon vor Stadtgericht und Appellationsgerichtgebracht war.
Der väterliche Monarch schlug endlich die ganze Sache durcheinen Erlaß vom 26. Juli 1810 nieder, mit den Worten: „Wirerwiedern Unserm Präsidenten der Akademie der Wissenschaften,dem geheimen Nath Jakobi, auf die von ihm in seinem und fünfAnderer Namen unter dem 14. Juli erneuerte Beschwerde, wegender durch sie in einer früher« Vorstellung vom 12. Februar d. I.zu Unserer Kcnntniß gebrachten, in einigen neuern Druckschriftenenthaltenen Beschuldigungen, daß Wir ganz unnöthig erachten, diehierüber von ihnen gebetene Untersuchung zu verfügen, indem Wirniemals Ursach gefunden haben, in die Rechtlichkeit ihrer Gesin-nungen und ihre treue Anhänglichkeit an Uns und den Staat dengeringsten Zweifel zu setzen Wir eröffnen gedachtem Präsidentendieses zu seiner und seiner Mitkläger Beruhigung, und ertheilenihnen hiermit zugleich die Versicherung Unsers fortdauernden Wohl-wollens und Vertrauens, in der Ucbcrzengung, daß sie nicht ab-laffen werden, sich fernere besondere Ansprüche hierauf in demihnen angewiesenen Wirkungskreise durch angestrengte zweckmäßigeThätigkeit zu erwerben, n. s. w."
Indessen verstimmte doch das leidenschaftliche Treiben von allenSeiten oftmals den heitern und wohlwollenden Sinn Schlichte-grolls. „Mein friedliches Gemüth," schrieb er damals, „ist fürdergleichen Händel, in denen ich jetzt leben muß, nicht gemacht.Ich sehne mich weg aus dieser heillosen Lage, und hätte ich nicht