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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
255
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zustatten. Bessere Pflege der Wissenschaften nnd Künste, ohne diekein Reich blühend, kein Fürst groß werden kann, war eine derersten königlichen Sorgen geworden. Marimilian Joseph gab deralten bayerischen Akademie eine edlere Gestalt, nnd machte fie zueinem Verein der reichsten Stiftungen und Schätze für Wissenschaftnnd Kunst, so wie der ausgezeichnetsten Gelehrten seines Staatesnnd der Fremde. Hier nun lebte Schlichtcgroll in höher« und aus-gedehntcrn Wirkungskreisen, und selig im Anblicke der zahlreichen,frisch aufblühendcn Schöpfungen, an denen er selbst so großenThcil hatte. Unter Millionen Unterthancn hatte der König keinen,der ihn noch dankbarer und inbrünstiger liebte, als Schlichtegroll;keinen, der seine Tage, seine Nächte noch freudiger für die edelnAbsichten des Monarchen hinopferte, als ihn. Welche Thätigkeit,welche Fülle glänzender Hoffnungen, zumal in der ersten Zeit!Aber viele der Erwartungen endeten allmälig wie schöne Täuschun-gen: Schlichtegrolls rastloses Ringen zum Bessern endete erst mitden letzten Hauchen seines Lebens.

Sei es, daß niedrige und widrige Eifersucht einzelner Gelehrtenin Bayern durch die Gunst aufgereizt wurde, die den berufenenAusländern zu Th eil geworden war; sei es, daß einzelne von diesendurch Aeußerungen eines »»bedachtsamen Selbstgefühls oder Ucber-muthes den reizbaren Nationalstolz der Bayern verwundet hatten:ein Groll mehrerer inländischen Gelehrten gegen die angestelltenNichtbaycrn, besonders gegen Mitglieder der Akademie, ward inKnrzem laut und äußerte sich häufig selbst auf unwürdige Weise.Man kennt noch den thörichten Streit über den Vorzug der Nord-deutschen und Süddeutschen, welcher in den Jahren 1809 nnd1810 eine Zeit lang in öffentlichen Blättern und Flugschriften,zum Acrgcrniß oder Gelächter der Leselustigen, geführt worden ist.

Auch Schlichtcgroll, bei aller seiner Unschuld und Friedens-liebe , sah sich in diesen Handel gewaltsam hiueingezogcn, weil er