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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
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251
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Augenblicke» leichtsinnig auch den Inhalt derselben wechselnde»,» nothwendigcr, als Aufinnntcrniig zur Sclbstglcichheit, znm Be-harren ans dem Ewigen auch tm Sturme des Zeitlichen? Undeben diese Vorzüge waren Schlichtegrvlls Vorzüge. Sein ganzesWesen war versöhnender Natur. Er ließ durchaus keinen Haß ansich kommen. Der Friede, den er in sich trng, sollte, so viel anihm lag, auch nin thn herum werden. Und so wie sein mildesGcmüth in alle seine Umgebungen Beruhigung brachte, so seinklarer Geist Licht und tiefere Besinnung. Wie jenes allenthalbendas Mildere auch ans rauhen Formen herausfühlte, so sah dieserüberall das Wahre auch ans irrigen Gestaltungen heraus. - Nebeneinem so reinen Gemnthe und Geiste konnte nur ein reiner Willewohnen. Das Leben muß sich t» einer so schönen und heiternAtmosphäre kräftig bewegen, und diese Kräftigkeit muß gerade dieeigentliche und wesentliche sein, nicht lärmend und gewaltthätig,sondern geräuschlos, aber eben darum unverrückbarer. Darum hieltSchlichtegrolls Seele das einmal ergriffene Wahre und Gute zwarnur still fest, aber unentrcißbar, es gegen jeden feindlichen Ver-such bewahrend."

Das Bild hier, welches Weiller von seinem Freunde ent-warf, verdiente ansgehoben zu werden. Es ist voll sprechenderWahrheit. Schlichtegroll schien sich, als Lcbcnsweiser, zurLebensaufgabe gemacht zu haben, das zu sein, woran ihn seinName täglich erinnerte, Sein ganzes Acußcre entsprach dem, wasin ihm wohnte. Von etwas weniger als mittlerer Größe, kräf-tigen und doch zarten Baues, in seiner Kleidung einfach, abervoller Sorgfalt und Wahl, verrietst seine ganze Haltung eineliebenswürdige Bescheidenheit ohne furchtsame Schwäche, jedesWort seiner weichen und angenehmen Stimme das unvertilgbareWohlwollen des Gemüths, und im Feuer seiner schwarzen Augenbrannte die Liebe und stille Seligkeit, deren sein Herz voll war.