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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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Völkcrwürgern, von Unterdrückern des Lichts nnd Rechts nnd an-der» Unheilbringern dargcstcllt.

Auch Schlichtegroll, der Gute nnd Weise, verdient nnd er-wartet einen Schilderer seines schonen Daseins nnd bescheidenenWirkens. Selbst wenn sein öffentliches Leben als Lehrer, alsSchriftsteller, als Generalsekretär der Münchener Akademie min-der anziehend wäre, würde die Darstellung seines innern Lebens,seiner Weltansicht, seines vielseitige» Bcförderns jedes Nützlichennnd Guten in den verschiedensten Gegenden, in den mannigfaltig-sten Beziehungen, nicht nur die Aufmerksamkeit fesseln, sondernden Geist belehren nnd das Gemüth erheben. Denn Schlichtegrollwar keiner der gewöhnlichen Sterblichen, die, oft Schein undWesen der Dinge verwechselnd, ihr ganzes Sein kleinlichen Leiden-schaften und Wünschen zur Beute geben, und unter der Macht vor-gefaßter Meinungen ihre geistige Entfaltung hemmen. Immerdarsich in seltener Klarheit dessen bewußt, was er sollte und darumwollte, trachtete er in seinen Bcrufskreisen, nach Maaß ihm ge-gebener Kräfte, das Höchste zu leisten. Doch höher, als dasHöchste im Irdischen, blieb ihm jederzeit das Ncinmenschlichc, dasEwige, das Göttliche. Seine Religion war die Liebe, seine Fa-milie die Menschheit, sein Vaterhaus das Weltall.

Daher wird von ihm, in der Denkrede*) des edelsinnigcn Ka-jetan von Wciller, mit Recht gesagt:Gerade solcher Männer,wie Schlichtegroll war, bedürfen wir jetzt vorzüglich. Dennwas ist unserer mit sich selbst entzweiten Zeit nothwcndiger, alsVersöhnung? was der in sich selbst irre gewordenen nothwcndiger,als Klarheit? was der sich selbst so oft ungetreuen, nnd mit ihren

') Zum Andenken von Adolph Heinrich Friedrich von Schlichtc-groll u. s. w., vorgelescn in der öffentlichen Sitzung der Akademieder Wissenschaften von Kajetan von Weitler. München 1823.