cm ihren Tischen saßen, ich ein Stück Brod mit Wnth ans denStraßen verzehrte? Ja, Zschokke, noch jetzt kämpf' ich den ent-setzlichsten Kampf zwischen drückender Armuth nnd fürchterlichenAusgaben; nnd habe das einzige Ziel, durch Standhaftigkeit inmeinem Plan, noch vor meinem Tode die elendeste unter allenHaushaltungen, meine eigene Haushaltung, aufrichten zu können.Und das kann durch Verkauf meiner Bücher geschehen, wennFreunde mir zn ihrer Verbreitung Hand bieten. Nnd darum istes eigentlich und allein, warum ich auch Dich bitte.
Meine Ruhe hängt von meiner endlich errungenen Selbststän-digkeit, im ganzen Umfang des Wortes, ab. Ich vermag abernicht über mich selbst ruhig zu werden, als nur durch meinen To-talsieg über mein selbstverschuldetes Elend. Mein Gut soll miraber auch in aller Noth nicht feil werden, eben weil es die Notherhöht, die ich besiegen, nicht beseitigen will. — Ich willmit der Quelle meines Elendes nicht kapituliren, ich will sie be-meistern, und dann gern von ihr Weggehen.
Lebe wohl und glaube an meine aufrichtige Liebe.
' _ Pestalozzi.
Sein Wille zur Selbsthülfe*).
Burgdorf.
Freund, tausend Dank für die Aeußerung Deines Herzens, aberich kann und will meine Zerrüttung keinem Freunde ausbürdcn.
*) Erschreckt durch den vorigen Brief, den ich im Schlosse Bibersteinbei Aarau empflng, wo ich seit 1802 allen politischen Parteiungenfremd wohnte, luo ich den edeln Unglücklichen ein, sich loSzurcißen,zu mir in meine Einsamkeit zu flüchten, mit mir zu thcilcn, wieich's hätte, und sorgenlos seine Ideen und Entwürfe schriftlich auszn-arbeiten. Seinem Liebling Jean Jacqueö Rousseau, dem Geiste undGemüthe nach, in Vielem verwandt, gab er die obige Antwort.