Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
245
Einzelbild herunterladen
 

245

find kaum die ersten Linien eines Werks gezogen, dessen Vollendungeine nnr allmälig steigende Vervollkommnung seiner Theile möglichmacht. Das Grab wird mich decken, eh' das Ganze auch nnrin seinem ersten Umriß vollendet ist, und ein neues Mcnschenalterwird vvrübergehen, eh' seine Theile sich auch nur von ferne derVollkommenheit nähern. Ich danke Dir mit einer Thräne imAuge, mir für meinen Zweck beiznstehen. Thu was Du kannst,und wenn Du kannst, so komm' einen Tag hieher; es ist mirwichtig, Dir über alle Details so viel Licht zu geben, als immermöglich.

Sei forthin von Herzen gewogen einem Menschen, der fürsich selbst gar nichts und mehr als nichts ist, und sich nur inder Zerstörung seiner selbst und nur noch in dem Traum fühlt,dessen ewig gedauerte Verspottung sein eigenes Ich vernichtet.Freund, das sind nicht Melancholien. Einst wirst Du den Jammermeines Lebens erkennen, »nd Mitlciden haben mit Deinem

Pestalozzi.

Seine A r in u t h.

Bnrgdorf,

Freund, wußtest Du cs nicht? Dreißig Jahre war meinLeben eine unaufhörliche ökonomische Verwirrung und ein Kampfgegen leine jzur Wuth streibende äußerste Armuth. Wußtest Dues nicht, daß mir gegen dreißig Jahre die Nothdurft des Lebensmangelte? Nicht, daß ich bis auf heute weder Gesellschaften nochKirchen besuchen kann, weil ich nicht gekleidet bin und mich nichtzu kleiden vermag? O, Zschokke, wußtest Du es nicht, daß ichauf der Straße das Gespött des Volks bin, weil ich wie einBettler umherlaufe? Wußtest Du es nicht, daß ich tausendmalkein Mittagessen vermochte und in der Stunde, da säst alle Arme