Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
243
Einzelbild herunterladen
 

seine »«verhehlten freisinnigen Grundsätze in des Vaterlandes öf-fentlichen Angelegenheiten, wodurch er der Aristokratie und derendienstbeflissenen Anhängern verhaßt blieb, waren die Ursachen, daßnie gedieh, was er selber schaffen wollte, um seine Ideale in derWirklichkeit zur Anschauung aufzustcllen.

Er rang und duldete bis zum letzten seiner Tage. Wir be-suchten einander zuweilen und blieben im Briefwechsel. Noch we-nige Wochen vor seinem Tode trat der hochwürdige Greis in meinZimmer. Bei aller Hinfälligkeit seines Körpers erschien die Kraftseines Geistes ungebrochen. Er entwickelte mir mit jugendlicherLebendigkeit, die mich an die Tage von Luzern und Stans mahnte,eine seiner neuen Ideen, über Vereinfachung des Untcrrichtens intodten Sprachen. Er wollte darüber ein Werk schreiben.

Am treuesten zeichnete er sich selbst immer in seinen vertrau-lichen Briefen. Ich beklage, sie nicht alle bewahrt zu haben,welche er mir geschrieben. Nur wenige, die durch Zufall erhaltenworden find, theil' ich den Lesern mit. Es find Reliquien injedem Sinn. _

Sein Landgut Nenenhof').

Bnrgdorf 1801.

Ich will durch meine Freunde Nachfragen, was für Güter imAargan seil find, und Dir dann Alles sagen, was ich hierüber

*) Ein Landgut im Birrfeldc, ohnweit Lcnzburg im Kanton Aargau,welches er immer als Quell seiner ökonomischen Zerrüttung betrach-tete. Schon im Jahr 1778 fing er daselbst an, eine Arbcitsanstaltfür arme Kinder zu errichten, deren Erziehung und Unterricht er zu-gleich übernehmen wollte. Aber sür das Geschästsleben durchaus nichtgeeignet, vermehrten die Anstrengungen und Opfer, die er vergebensgemacht hatte, den Verfall seiner VcrmögenSumstände.