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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
241
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die größte Bestürzung, überall weinende Weiber und erschrockeneFlüchtlinge, welche ihre geringe Habe in irgend eine Sicherheitretten wollen.

Als ich zufällig, über den öffentlichen Platz vor der Kirche ging,sah ich diesen mit Verwunderung von einer Menge zerstreut um-hcrlaufender Kinder angefüllt. Jedes derselben trug ein Bündeleinvon Kleidungsstücken. Bald erfuhr ich, dies seien die Ausgewan-derten des Waisenhauses. Mehrere der Kleinen antwortete» aufmeine Frage: wohin sie denn wollten? mit lautem Schluchzen.Sie wußten nicht wohin. Ich ließ die Kinder wieder sammeln undPestalozzi herbeirufcn. Er hatte sie im ersten Schrecken entlassenund insgesammt mit einem kleinen Klcidervorrath ausgcstattet.Er selbst wußte weder von ihrer Heimat noch von ihren Ver-wandten, denen man ste Zufuhren lassen könnte; ja, er kanntenicht einmal den Gcschlcchtsnamcn seiner Zöglinge und hatte keinVerzeichniß derselben gehalten. Er nahm sie ans meine Vorstel-lungen wieder ins Waisenhaus zurück.

Sechs Tage später rückte der französische General Loison,verdrängt aus Uri, mit seinen Truppen über das Gcbirg in Unter-walden ein. Es wurden Lazarethe und Spitäler für die Krankenverlangt, während es für die Menge des Kricgsvolks im ver-heerten Lande an Herbergen fehlte. Da mußte demnach auch einThcil des Waisenhauses geräumt, und die Mehrzahl der Kinderentlassen werden. Die letzter» wurden, mit einem kleinen Geschenk,ihren Blutsverwandten und Aelter» zurückgegeben, welche ohnehinnach denselben verlangt hatten. Nur zwetundzwanzig, deren HeimatNiemand kannte, oder nach denen Niemand gefragt hatte, bliebenim Waisenhause, unter guter Aufsicht nnd Pstege zurück. Pe-stalozzi selbst verließ Stans und begab sich nach Bern. Dennvon einem Tage zum andern konnte Niemand verbürgen, daß dieseZsch. Ges. Schr. 32. Thl. 11