Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
239
Einzelbild herunterladen
 

239

»nd Trümmern von Stans, geführt, wie tn Ostindien zu Eg-more, sechs oder acht Jahre früher, den Doktor Andreas Bell.Weder Pestalozzi, noch Europa wußten damals (im Mai 1799)von Bells oder Lancasters später berühmt gewordenen Unterrichts-weise. Denn Bells erster Bericht darüber tm Jahr 1797 war selbsttn London unbeachtet geblieben, und Lancaster ward erst amEnde Jahrs 1798, in der neugestifteten Armenschule zu London,genöthigt, sich um Bells Einrichtungen zu bekümmern.

Das Schauspiel überraschte mich; noch mehr der ungezwungeneEifer der Kinder und ihr tn so weniger Zeit gemachter Fortschritttm Lernen. Denn die wenigsten derselben, nur einige der altern,hatten vorher eine Schule besucht. Wie Lancaster in London,strebte Pestalozzi in Stans, seine Erfindung zu vervollkommnen.Jener aber begnügte sich nur, den Mechanismus zu erweitern undauf verschiedenere Lehrfächer anwendbar zu machen; dieser hingegenward von ihr zur Auffindung höherer Grundsätze der Lehrkunst undGeistesentwickelung geführt.

Er selbst war damals noch nicht für sich im Klaren. Er rangnoch mit einer Idee, deren Wahrheit eben so sehr, als derenWichtigkeit in der Ktmst des Unterrichts unläugbar schien, aberwelche bisher für den letzter» unfruchtbar dastand. Das Gegen-seitige des Unterrichts war ihm nur äußeres und hilfreiches Mittel;aber der naturgemäße Gang des Unterrichtens vom Ersten bis zumLetzten, vom Einfachsten bis zum Zusammengesetztesten, dieser wardihm das Wichtigste von Allem, ohne welches weder schnelles nochgründliches Fortschrciten in Kenntnissen möglich sei, und alles Ler-nen des Kindes nur todtes Gedächtnißwerk, verstandloscs Aufbe-wahren unzusammenhängendcr Dinge, sonder Kräftigung »nd Er-schließung geistiger Selbstthäligkeit bleibe.

Siehst du," sagte er oft, wenn wir Beide einsam im Schattendes weiten Obstwaldes lustwandelten, welcher das Thal von Stans