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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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Seltenes, ihn auf den Straßen zu erblicken, wie er sich allenfallsim Innersten seiner Wohnung zu sein erlauben mochte; ohne Hut,im buschigen Haar, mehrtägigem Barte, eingetretencn oder un-gebundenen Schuhen, herabfallendcn Strümpfen, den Rock unge-bürstet, verkehrt geknüpft u. st w. Mich selbst befremdete anfangsdieser Anblick, an den er mich weder in Zürich noch Luzern ge-wohnt hatte. Ich machte ihn darauf und auf die Wirkungen davonim Volke sinfmcrksam.Laß mich," sagte er dann:Ich binarm, ich will arm sein. Ich bin reich, und will nur reich durchmeine armen Kinder sein. Die verstehen mich; am Verstand derAndern ist nichts mehr gelegen; sie haben keinen oder er ist ver-renkt »nd verzerrt." Solche Worte, mit Heftigkeit von ihm aus-gestoßen, hinderten mich jedoch nicht, zuweilen bei ihm das Ge-schäft des Kammerdieners zu verrichten, wenn ich ihn zu einemErholnngsgang durch die stillen Wiescngründe von Stans undWolfenschicßen abholtc, um mich in seinen Gesprächen zu belehrennnd zum Edlern zu crmuthigcn.

Als ich das erste Mal in das sogenannte Waisenhaus zuihm kam, fand ich ihn in einem großen Saale auf- und abgehend.An einem langen Tische, der den Saal füllte, saßen bei hundertKinder, alle still beschäftigt und mit solcher Andacht nnd Lust beiihrer Arbeit, daß sie kaum eine augenblickliche Neugier zu stillen,den Kopf nach mir nmwandten. Die Meisten mochten in einemAlter von vier bis zehn Jahren sein. Je drei saßen sie immerbeisammen, das mittlere mit den Armen den Nacken der beidenkleinern Nachbarn umfassend und sie unterrichtend. Die Einenlernten Buchstaben, die Andern Zahlen, die Einen rechneten, dieAndern zeichneten Linien oder regelmäßige Figuren. Pestalozzisprang von den Einen zu den Andern. Er war in seiner Freude.

Die Noth hatte nnsern menschenfreundlichen Philosophen zur 'Erfindung des gegenseitigen Unterrichts, zwischen den Brandstätten