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über die Zeit tapfer einstimme, erst selber Zutrauen gewinnen,nm dasselbe durch sein Wert endlich auch der bestehenden Negie-rung zu verschaffen.
Darüber erhob sich nun zwischen uns lebhaftes Wortwechseln.Geßncr fühlte sich durch die abschlägige Antwort, Pestalozzidurch mein Urtheil über das Unvolksthümliche des Inhalts undTons seiner Zeitschrift gekränkt. Ich hatte Noth, mich zu vcr-theidigcn.
„Das Volk ist ein Kindsagt' ich: „Wer es cmporheben will,muß sich vorher zu ihm niederbeugcn. Wollt' ich für dasselbeschreiben, würd' ich mir etwa einen verständigen Knaben von achtbis zehn Zähren vorstellen, dem ich meine Vorstellungen deutlichund faßlich bcibringen mochte. Das Volk ist ein Kind mit be-schränkten Begriffen; der Macht der Einbildungskraft und der Ge-fühle mehr, als dem Gesetz des Verstandes untergeben. Darumliebt es das Wunderbare; steht viele Wunder; und glaubt dasUnglaublichste weit leichter, als die einfachste Wahrheit, lieberKüche, Stall und Pflug hinaus, wird ihm alles klebrige undHöhere zur Poesie, weil es selber Alles poetisch anschaut, wiejedes Kind, ohne deswegen Verse zu machen, oder sie zu lieben.Darum muß man durchaus mit ihm bildlich sprechen: aber nichtgesucht, sondern einfach, wie die Bibel in Luthers Nebcrsctzungwie Tschudy's, oder Anderer Chroniken. Da ist achter Volkston!trockene Erörterungen, abgezogene Begriffe sind ihm fremde Zun-gen. Der geringste Theil unserer Landleute ist fähig, die Predig-ten des Pfarrers zu verstehen, oder deren Gedankengang fünfMinuten lang unabgebrochen zu verfolgen. Daran liegt auch demländlichen Zuhörer wenig. Er faßt einzelne Stellen der Rede fürsich aus; beachtet mehr das Aeußcre und Zufällige; das klebrige,was den Horizont seines Verstandes übersteigt, ist ihm eben dasLiebste, das Unbegreifliche, Wunderhafte und Heilige. Der katho-Zsch. Ges. Sehr. 32. Thl. 10"