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Sie einem Greisen, den Alter »nd Erfahrung furchtsam gemachthaben. Je größer die Kräfte Ihres Geistes sind, je sorgfältigersollten Sie sein, ihnen die Richtung zu geben, in welchen sie derMenschheit wahren Nutzen bringen, wenigstens keinen Schadenverursachen.
„Ich crzittrc, wenn ich mir die Folgen von Jean JacquesRousseau's tief eindringendcm, aber allzu ercentrischem philo-sophischem Genie vorstelle; die fürchterlichste Revolution nämlichin der aufgeklärtesten, an Hellen Geistern fruchtbarsten volkreichstenStadt Enropcns, die so sehr ansteckend wird; — oder auch nurdie Folgen von Göthens geniereichen Arbeiten, wie viele gutejunge Kopfe beiderlei Geschlechts dadurch verwirrt und zu Grundegerichtet werden. Indessen thut es mir weh, wenn allzu großeAengstlichkeit die Schwingen Ihres Genies lähmen sollte. GottesFürsehung wolle Sie leiten und Sie zu einer Flöte bestimmen,dnrch deren weit ertönende Musik die Seelen zur allgemeinenMenschenliebe, zur wahren Tugend und Verehrung der Gottheit,der Quelle aller Liebe, alles Glucks z» stimmen. So können Sie,mein Thcuerster, zum größten Segen der Menschheit, vorzüglichDeutschlands werden. Zum größten Vergnügen am späten Abendwerd' ich es rechnen, die besten Proben einer solch himmlischenMusik noch angehört zu haben. Gott segne Sie!
Zürich, den 5. Nvv. 17gä.
l)>. Hirzel, klrilos. 8ln>Iiosu8in dem einundsiebcnzigstcn Jahre des Alters."
In der That wußte ich weder damals, noch weniger in später»Jahren, was die übergroßen Erwartungen oder Befürchtungen desvortrefflichen Alten hätte veranlassen, oder rechtfertigen könne».Am belehrendsten war für mich die merkwürdige Unterschrift, viel-leicht weil sic mich am meisten demüthigte. Ich zeigte sie auch