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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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Bruchstücke aus der Leidensgeschichte Salomo» Geßners gehört zuhaben, welche der Professor Joh. Jak. Hottinger*) damalsbearbeitet hatte und vertrug.

Da ich, als frommer und eifriger Lehrliug, dem gesellige» Ver-ein dieser in den mannigfaltigsten wissenschaftlichen Beziehungenausgezeichneten Gelehrten allwöchentlich beiwohnte, kam auch dieReihe endlich an mich, eine Vorlesung zum Besten zu geben. Diegerechte Scheu, bejahrten Männern von so hoher Gcistesreise einemeiner grünen Früchte vorzulegen, rettete mich nicht von der Ver-bindlichkeit. Ich weiß nicht mehr, was ich ihnen am bestimmtenAbend las. Ich würde dessen auch gar nicht erwähnen, wenndaraus nicht auf sonderbare Weise die Veranlassung entsprungenwäre, welche mich mit Pestalozzi näher zusammenführte.

Am Morgen nach meiner Vorlesung empfing ich von dem ehr-würdigen Greise Hirzcl einen Brief, welchen ich, wie Wort einesguten Engels, unter meinen kleinen Hciligthümern aufznbcwahrcnbeschloß. Er bezeichnet die Herzensgüte und den Geist vom Ver-fasser des philosophischen Bauers zu schön, als daß ich ihn hiernicht mitthcilcn sollte. Er lautet folgendermaßen:

Mein sehr verehrter, junger Freund!

Sie denke» zu edel, die Zuschrift eines Greisen in einemschiefen Lichte anzusehen und darüber zn spotten; da er einen Drangin sich fühlte, Ihnen die Empfindungen zu erkennen zu geben, dieSie ihm eingefloßt haben, da Sie ihm zum ersten Male die FrüchteIhres Genies haben kosten lassen. Ich sehe große Seelenkräftein Ihne» entwickelt, von denen wichtige Einflüsse auf eine MengeLeser und Leserinnen müssen erwartet werden. Allein verzeihen

*) Vater (geb. 1750, gcst. 1818) des noch jetzt lebenden trefflichenFortsetzers von Joh. Müllers Schweizcrgeschichte, des Prof. Hottinger.