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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
207
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drehten. In RedingS angeführten Worten habe ich nicht nurdie ihm damals eigenen Meinungen zusammengedrängt, sondernauch die Ausdrücke beibehalten, mit denen er sie zu bezeichnenpflegte.

Ungeachtet ich der persönliche Freund des Landammanns derSchwei; war, oder vielleicht, weil ich es war, wurde ich in Bernvon der Polizei aufs strengste in meinem Umgang beobachtet. Manfürchtete vermuthlich meinen Einfluß auf Rcding, oder daß ichVerschwörungen anzcttle, und nahm sich sogar nicht einmal dieMühe, diese beleidigende Sorgfalt zu verheimlichen. Als ich einesTages Freunde bei mir zum Abendessen hatte, die nichts weniger,als in Politik hineingeben wollten,*) stellte man mir geradezu einePolizeiwacht vor die Hausthür, die aber zu nichts diente, als denfröhlichen Mnthwillen meiner Gäste zu erhöhen, und die nicht ehervom Posten wich, bis wir um Mitternacht auseinander gingen.Ich erzählte es dem Landammann. Er lachte und sagte:DieBerner sind halt Narren."

Inzwischen war mir diese Art Narrheit doch lästig, und mitBeginn des Frühlings verließ ich Bern, um mich in der Einsam-keit des Schlosses Biberstein, unweit Aarau, in Vergessenheit zubegraben. Beim Abschiede von Reding waren wir Beide tief be-wegt. Er machte mir Vorwürfe, daß ich ihm meinen Beistandentzöge; ich ihm, daß er seinen früher» und bessern Grundsätzen

') Der Berner Oberst v. Grafenried, der bei Neuenegg Sieger ge-gen die Franzosen gewesen war, Heinrich Geßner, der Sohn desJdyllendichterS, Ludwig Wieland, sein Schwager, Sohn vomSänger des Oberon, Pestalozzi, Professor Tralles, nachmalsAkademiker zu Berlin. Heinrich von Kleist, den Deutschland nochheute ehrt, Balthaser von Luzern, der Bibliothekar, ». s. w.Ueberall keine gefährliche Gesellschaft.