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„Daß Sie in Lugano und Bellen; die Entrichtung der Zehn-ten wieder hergestellt haben, ist bei mir von der allerbesten Vor-bedeutung. Möge er doch, damit die „Gleichheit" hergestellt werde,zum Trost der Eigenthümer, bald, in der ganzen Schweiz wiedereingeführt, oder nach dem Werth des Kapitals, als eine recht-mäßige Schuld losgekauft werden!"
„Meine ganze Familie grüßt Sie recht herzlich."
„Ihr Freund Rcding."
Was in diesem Briefe zuletzt im Betreff der Zehnten gesagt ist,bezog sich ans eine meiner eigenmächtigen Verfügungen, die zurdamaligen Zeit sehr ungleiche Beurtheilnng geärntet hatte. Dergrößere Theil von der oft kärglichen Besoldung der italienischenGeistlichkeit bestand von jeher im Genuß des Zehntens, welchender Landmaun immer willig von seinen dazu pflichtigen Güterngestellt hatte. Die. ungerechte und darum unkluge Maßregel, durchwelche diese altübliche Abgabe in der Schweiz aufgehoben wordenwar, ohne daß man dafür die Priesterschaft überall auf andereArt zu entschädigen wußte, hatte diesen einflußreichen Stand inArmuth und Verzweiflung gestürzt, und zum unversöhnlichen Haßgegen die helvetische Negierung empört. Ohne Zweifel war denGesetzgebern daran gelegen gewesen, durch Befreiung der Volks-masse von jener Last, den Landmann aller Gegenden für die neueStaatsordnung zu gewinnen. Allein sie hatten vergessen, daß derSeelenhirt jeder Gemeinde Meister und Führer seiner bildungs-armen, frommgläubige.n Heerde war, und vermittelst des unsicht-baren Zaubers kirchlicher Gewalt die Stärke weltlicher Machtlähmen oder begünstigen konnte. Ich hatte also in diesem Theilder Schweiz, so lange nach Abzug der Oesterreicher Gesetz undOrdnung der helvetischen Republik nicht hergestellt waren, die Ent-richtung des Zehntens geboten, der auch willig gegeben wurde.Noch in demselben Jahre aber kamen die gesetzgebenden Behörden