Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
 

Nothenthurn so tapfer gegen-die französischen Brigaden gefochtenhatten, und sich dieser Tage gern noch mit stolzem Vergnügen er-innerten-

So verfloß ein angenehmer Winter. Die ersten schönen Wochendes Frühlings brachten wir Beide in der Einsamkeit eines kleinen,hölzernen Sennenhauses, im sogenannten Ebnet, zu. Es ist dieseine schmale Wiesenfläche, hoch auf einem der Absätze an den Hal-den des Nigiberges, in der Nachbarschaft des Fleckens Schwyz.Unter uns breitete sich der blühende Teppich des Thalgeländes aus,seitwärts der im Winde wallende Silberschleier des Waldstättersecszwischen Waldhügel» ausgespannt. Links schwangen Myten undHaken ihre schroffen Gipfel gegen den Himmel, während der schmel-zende Hauch des Fönwindes vor uns, von Zeit zu Zeit, Lauinenvon den beschneiten Kämmen des Urner Roßberges niederwälzte.Hier, wo wir in einem kleinen Zimmer, einen Tag um den andern,die Sorgen einer lustigenJunggesellenwirthschaft" trugen, undgar verständig Nahrung und Kleider, Alles durch einander, in denSchränken nach den drei Reichen der Natur ordneten, überließenwir uns ganz wieder jenem harmlosen Mnthwillen, unter dessenZauber wir an der Berner Wirthstafel die erste Bekanntschaft undFreundschaft angeknüpft hatten.

In ernstem Augenblicken war die Lage des Vaterlandes unserGespräch. Oft in unfern Ansichten aus einander weichend, vereinig-ten wir uns darin, daß für künftige Selbstständigkeit und Neutra-lität der Schweiz in europäischen Kriegen, so wie für Entwickelungdes nationalen Lebens, weder die damalige Verschmelzung allerKantone in eine einzige Republik taugen könne, noch die ehemaligeverworren zusammengestellte Eidgenossenschaft, mit ihren ungebun-denen Ortssouvcränetäten, ohne eine kraftvolle Bundesregierung.Redings Grundgedanke, zu jener Zeit, über eine der Schweiz an-gemessene Verfassung, wodurch sie, in sich bleibend befestigt nnd