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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
172
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edeln Aloys Neding zugleich Erinnerung cm den uralten Bundes-staat ist, dessen letzter Verthcidigcr er im Gebirg der Waldstätte,wie der treue und heldcnmüthige Schultheiß Steiger in Bern,gewesen war. Vielleicht auch dürfte Manches von dem, was ichnoch zu erzählen habe, Rcdings spätere Handlungsweise selber,und Vieles, was noch in gegenwärtiger Zeit den Schein des Näth-selhaften an sich trägt, durch ein klares Anschauen der im Jahre1798 gebrochenen halbtausendjährigcn Verhältnisse, für den Welt-und Menschenbcobachter verständlicher werden.

Seit Zertrümmerung des römischen Weltreichs gehörte dasBergland zwischen Alpen und Jura, bald vereint, bald getrennt,abwechselnd den Barbaren, die seit dem fünften Jahrhundert Eu-ropa überschwemmten, und immer von nachffutenden Erobcrervöl-ker» verschlungen wurden. Darauf verschwand es, ein geringerPunkt, im weiten Reiche Karls des Großen; und trat, nach dessenUntergang, wieder hervor, unter der Herrschaft von cigenherrlicheuKlöstern und Grafen zerstückelt, oder mit Städten und Thalschaftenunter Savoyens oder des Reiches Schutz. Ohne gemeinsames Ober-haupt und Gesetz lebten die Bewohner dieses Gebirgsstriches vonViehzucht und Ackerbau; nur in wenigen Städten vom Zwischen-handel und Gewcrbsstciß. Sie führten bald ruhiges Lebe», baldkleine Fehde», von denen die Welt keine Knude nahm.

Als Oesterreichs beginnende Macht, ohnehin schon auf helve-tischem Boden begütert, auch noch die Thälcr von Uri, Schwyz»nd Unterwalden im vierzehnten Jahrhundert an sich gewinnenund ihre herkömmliche» Freiheiten auflösen wollte, verbanden sichdie Leute daselbst zur Sclbstvcrtheidignng. Außer ihren Heerdenund Alpen kannten und wollten sie keinen andern Neichthum. DieArmuth ihres Felsenlandes gab ihnen ein Glück, bcneidcnswürdiger,als Pracht und Ueppigkeit der furchtbarsten Königreiche. Dies Glückwar ihre Freiheit und Vergessenheit von der Welt.