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Für dies Gut ward mit Verzweiflung gestritten. Die Schlachtvon Morgarten krönte den Bund der Hirten mit Ruhm. Ehefünfzig Jahr vergingen, hatten andere helvetische Städte undLandschaften, die Schwäche der Fürsten, den Vortheil der Zeitenbenutzend, Schutzbündnisse mit den Hirtenthälcrn geschlossen, umdurch sie gestärkt, ihre eigenen Rechtsame vertheidigcn, oder er-weitern zu können.
So entstand nach und nach im althelvetischen Hochlande eineVerknüpfung der einzelnen, von einander übrigens unabhängigenStädte und Länder, welche bald, durch manchen blutigen Siegfür ihre Freiheiten, weit umher unter dem Namen der schweize-rischen Eidgenossenschaft berühmt, aber erst im westphälischen Frie-densschluß als selbstständiger Gesammtstaat anerkannt wurden.
Die Schöpfung dieses neuen Bundesstaates im Herzen des Welt-thcils war jedoch nicht das Werk einer umfassenden, staatsklugenBerechnung, sondern Sache des Zufalls und des langsamen Spielsder Umstände von Jahrhunderten gewesen. Auch war dieser Bund,weder durch seinen Zweck, noch minder durch seine Znsammen-fügung, eine außerordentliche Erscheinung des Mittelalters. Gleich-artig hatten sich durch den Norden und Süden Deutschlands, inItalien und andern Ländern die schwächer» Städte und Herrschaftenzum Widerstand gegen das eherne Fanstrecht der Gewaltiger» zu-sammengezogen.
Die Eidgenossen betrachteten sich, ungeachtet ihrer Bundesschaft,keineswegs als ein einziges Volk; sowenig, wie etwa die deutschenHansestädte, oder italienischen Freistaaten des Mittelalters. InderGestalt, worin sie aus dem dunkeln Gewühl allgemeiner Gesetz-losigkeit im zwölften oder dreizehnten Jahrhundert hervorgetretenwaren, verharrten sie. Furcht vor Ehrgeiz einiger Mächtigen hattesie zusammengedrängt; aber auch sie selbst wollten einander nichtzu fürchten haben. Eifersüchtig auf ihre Unabhängigkeit, verschmähten