Schweizer-Regierungen. Ich hoffte, der Widerstund der Hochge-birgsvölker werde die ganze Nation endlich noch einmal entstammenzum allgemeinen Aufstand. Ich hatte Rcdiug geschrieben, mir zuerlauben, an seiner Seite zu fechten. Er ließ mich ohne Antwort.Bald darauf vernahm ich, ei» einziger Tag habe schon Alles ent-schieden. Mir blieb nichts übrig, als ihm unter Thräncn einWort des Trostes zu schreiben.
Noch bewahre ich seine Antwort, die eins der schönsten Denk-male einer hcldcnmüthigcn Seele bleibt, welche durch das furcht-barste Schicksal überwältigt, nicht überwunden werden kann, undsich sogar der Wehklage schämt. Hier sein Brief.
Schwyz, den 25. Znni 1798.
Theuerstcr Freund, nichts könnte die Freude übcrtrcffcn, welcheich beim Empfang Ihres letzten Schreibens empfand, als dasDankgefühl, welche Ihre so warme, freundschaftliche Theilnahmein mir erweckte.
Es ist bekannt, daß jeder Staat seine Hohe und sein Altererreicht, und dann der Tod dem politischen Körper so unvermeidlichist, als dem menschlichen.
Ach, bester Freund, dies war auch unser Loos. Bei Sterben-den ist die letzte Krisis immer heftig; aber über alle Erwartunghartnäckig und tobend war der Todeskampf nnsers kleinen Staats.Der Vater verlor seinen Sohn, der Sohn den Vater, der Freundseine Freunde, »nd alle brachten großmüthig, ohne sich zu bc«klagen, der edeln Freiheit diese so theuern Opfer dar; aber nurvergebens waren sie dargebracht! — Doch nein, — waren wirauch zu schwach gegen diese große und siegreiche Nation, die vonunser» Vätern so thcuer erfochtene Freiheit zu behaupten: soWare» wir doch nicht schwach genug, selbige so leicht mit derEhre nnsers Namens zu verlieren. Und es war nicht Fanatismus,