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geist und ihre» Kapitalien die Schätze des Landes ausbeuten, welchedie Einwohner nicht mit ihrer Kraft und Kunst zu heben verstehen;oder ausländische Haustrer versorgen, mit gutem Gewinn für sich,die Familien in Thälcrn und Bergen mit den Unentbehrlichkeitenjeder Haushaltung. So erblickt man im Allgemeinen nur sehrmäßigen und geringen Wohlstand, der anderswo sogar Aermlichkeitheißen würde.
Man würde sich aber irren, wenn man glaubte, daß der Mangelan Schulbildung, welcher die Ursache so vieler Unbehülflichkeit undso vieler Vorurtheile ist, eine gewisse Geistesstumpfheit im Volkeerzeugen müsse, oder sittliche Verwilderung der Menschen zur Folgehabe. Die Bündner haben die Tugenden und Fehler der meistenBergvölker; sie sind gutmüthig, häuslich, gastfreundlich, gefällig,ohne Menschenfurcht; man erfährt hier seltener, denn in gesit-tnngsreichern Ländern, von groben Verbrechen und Ausschweifungen.Das Gefühl des Rechts und Unrechts ist bei ihnen, die ihre Rechtemit so großer Eifersucht bewachen, und darum an Andern achten,zarter, denn anderswo, geschärft. Es waltet in ihrem häuslichenLeben ein gewisser patriarchalischer Geist mit Herzlichkeit, Einfaltund Würde, wie immer nur gefunden wird, wo man noch derNatur näher steht.
Dabei offenbart sich, zumal in Allem, was gesellschaftliche undbürgerliche Verhältnisse berührt, ein lebendiger, behender Geist,treffendes Urtheil, rascher Witz. Dazu führt und übt die Freiheitaller Einzelnen und die Theilnahme an den öffentlichen Geschäftenein. Auch dies ist Wirkung der sonderbaren Verfassung dieses Lan-des. Jeder ist gezwungen, sich in dem Netzwerk der mannigfaltigenRechtsame von Familien, Gütern, Ortschaften, Gemeinden, Hoch-gerichten u. s. w., einheimisch zu machen. Widerspruch und Hadersind unvermeidlich, wo eine Verirrung so leicht ist, oder wo balddieser, bald jener die engen Grenzen seiner Befugnisse ausdchnen