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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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das Wesentliche jener Unterhaltungen mit Ncding, gern wieder-holen, well von allen Thcilcn des schönen Schweizerlandes dashohe Nhätien am wenigsten bekannt ist, nnd doch, wegen seinerNaturwunder, nnd als das seltsamste Kunstwnnder der politischenGestaltung, wohl bekannter zu sein verdient.

Man denke steh also einen Flächcnraum von nnr 140 Gevicrt-meilen, nnd diesen nach alle» Richtungen von wilden, UngeheuernGebirgsketten durchzogen, daß sie ein wahres Netz von Thälcrnzwischen sich bilden; ewiges Eis und Schnee bedeckt die höchstenBerge, deren Gipfel über die Wolken des Himmels hinrage».Droben in den bewohnten höher» Gegenden verschwindet die letzteSpur des Ackerbaues; nicht einmal die Tanne mehr wächst; nurLärchen und Zirbelnußkiefcrn (klung oeinUra) gedeihen noch; inden liefern Gegenden, am Fuße dieser Nicsenbcrge aber, reifendie süßesten Trauben nnd feinste» Obstgattnngen. Man kann,wenn man will, den Himmelsstrich Italiens mit dem entgegenge-setzten von Grönland binnen vierundzwanzig Stunden vertauschen.

In diesem Thälcrlabprinth, nnd auf den Höhen, denke mansich eine geringe Völkerschaft von etwa 80,000 oder 90,000 Men-schen zerstreut, die daselbst ln ganz verschiedenen Zeitaltern nndvon Lanz verschiedenen Nationen ansiedclte; Urbewohner aus dergalischen Vorwelt, Hetruskcr ans den Tagen des alten Römcr-königs Targnin, oder italienische Flüchtlinge eines später» Jahr-hunderts; Nachkömmlinge der Memanncn nnd später hicher ver-pflanzter Deutschen. Alle diese haben nun in ihren abgeschlossenenThälern nnd Dörfern zum Theil noch Sitten ihrer Vorfahren be-halten, nnd die verschiedenen Sprachen ihrer alterthümlichenStämme. Da hört man die ladinische und italienische Zunge ineiner Gegend; in der andern die deutsche; in der dritten die ro-manische: und dieselben alle wieder in von einander abweichendenMundarten. Die Mannigfaltigkeit zu vergrößern, gehören die