Erstaunen mit der Sprache der alten Cantabrer, der heutigenBaske» im spanischen Gebirg, verwandt gefunden, daher auchtheilweis sogleich verstanden hatte. Nicht die Trümmer von Romund Athen, Tadmor, Persepolis, Theben oder dem merika-nischen Palenque sind so merkwürdig, als die noch vorhandenenTrümmer uralter Völker, mit ihren Sprachen, Sitten, Satzun-gen; letzte lebendige Bruchstücke einer verschwundenen Menschheit,die sich in Gebirgswiukeln Graubündens, Biskaya's, Hochschott-lands, Irlands, der Kjölcn, der Atlaskctte u. s. w., bewahrthaben und immer mehr in ihren alterthümlichen Eigenheiten ver-bleichen. Wann wird sich für sie ein Bund sprachkundiger Altcr-thninsforscher bilden, die letzten Menschen früherer Jahrtausendein unserm Jahrhundert mit dem Scharfblick eines AlexanderHumboldt und der Ausdauer und Kühnheit eines Mungo-Parkzu beobachten und zu vergleichen.
Eine Staaten-Mosaik.
Mein Freund stellte sich damals das wunderbare Vündnerlandpolitisch ohngefähr so geformt vor, wie seinen ebenfalls demokra-tischen Kanton Schwyz; nur mit dem Unterschiede, daß Bündenkeinen Bestandthell, sondern bloß einen „zngewandten Ort" derSchweiz ausmachte. Das heißt: dies Land in den höchsten Alpenbildete einen durchaus für sich bestehenden Freistaat, zusammen-gesetzt aus drei besondern Bünden, die nicht einmal inSgcsammt,sondern vereinzelt, nicht mit der ganzen Eidgenossenschaft, sondernnur mit einigen Kantonen derselben in Verträgen standen. Ichhatte Mühe, ihm das scheinbar verworrene Gesiecht der hiesigenStaatsform anschaulich zu machen; und manchen, oder vielen,Lesern dieser Blätter dürste es nicht besser ergehen, als ihm, wennich für sie Aehnliches versuche. Ich will aber den Versuch, als