Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
138
Einzelbild herunterladen
 

138

ihr Interesse auch nur von fern bedrohte, verhindert. Wollte manihn ächten, so war es genug, ihn beim Volk als gefährlichen Neue-rer, oder als einen Mann ohne Religion zu bezeichnen; und erwar alles Vertrauens und Einflusses beraubt. Ja, auch nur ineiner armseligen Dorfschule den Unterricht der Kinder zu erleich-tern, oder gar zu erweitern, konnte dem menschenfreundlichen Ur-heber bösen Nus und Feindschaft bringen. Denn das bildungsloseVolk erschrickt mißtrauisch vor dem, was außer den engen Grenzenseiner Vorstellungen und Erfahrungen erscheint, und wird in die-sem Mißtrauen durch das Ansehen und Warnen seiner weltlichenund geistlichen Führer bestärkt, die entweder selbst sehr beschränkteKenntnisse zu besitzen Pflegen, oder, ihres Interesses wegen, dieErweiterung der Kenntniß und Aufklärung im Volke verhüten z»müssen glauben. Ich spreche aber hier nur von der katholischenGeistlichkeit und der Gewalt, die sie über Denkart und Gewissender Hirtenfamilicn, auch in irdischen Angelegenheiten, übt. Dennungleich freier bewegt sich das protestantische Volk in den kleinenDemokratien der Alpcnthälcr; da herrscht mehr Gedanke, mehr-selbstständige Ansicht, mehr Gcwcrbflciß und Lust an Belehrung.So z. B. in Glarus, so in den äußern Rhoden Nppcnzclls. Trittman in die katholische» inner,, Rhoden, so tritt man gleichsam ineine andere Zone. Die Menschen sind weniger thätig nnd arbeit-sam; die Dörfer minder schön; die Wohnungen im Innern mindersauber und zierlich; selbst die Kleidungsstücke minder sorgsam ge-halten und reinlich.

Alohs Reding pries mir in voller Neberzengung das Glückseines Freistaates. Jeder Sandmann, sagte er, ist Freiherr ansseinem Gut, ernährt von seinen Alpen, selbst wählend die Obern,denen er gehorchen, zum Gesetz die Stimme gebend, dem er unter-würfig sein will. Er ist der freieste Sohn der Erde; nnd wennyian auch zngebcn mag, daß er in höher» Angelegenheiten durch