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Vogtcien jenseits des Gotthardbergcs (dem heutigen Kanton Tessin)senden konnte, fanden die vornehmer» Geschlechter dort in den Be-amtenstcllen reichliche Einnahmen; ebenso sammelten sie, als Offi-ziere im ausländischen Kriegsdienst von Frankreich, Spanien,Neapel n. st w., für welchen sie in ihrem Lande Kompagnienwarben, oft beträchtliches Vermögen ein. Damit wurde ihr Wohl-stand erweitert, ihre Wcltkcnntniß und Bildung weit über den Be-griffskreis des Volks erhöht. So wurden sie durch Ucbcrlegeuheitvon Reichthum und Kenntniß die natürlichen Obern des Landes.
Das ist nun freilich gegenwärtig, feit dem Jahre 1788, etwasanders gestaltet. Jene Geldquellen sind versiegt. Es gibt keineUnterthanenlandc mehr. Die ganze Schweiz, worin sonst eineBevölkerung von beinahe zwei Millionen die Nnterthanen von etwa100,000 Bürgern waren, ist Freiland geworden. Die auswärtigenFürsten, nur Neapel nnd den Papst ausgenommen, verlangen keineschweizerischen Söldner mehr zum Schutz ihrer Throne. Man kannden ererbten Rcichthum nicht mehr, wie sonst, vergrößern; son-dern muß sich begnügen, ihn haushälterisch zn bewahren.
Man mag sich daraus erklären, was den übrigen Europäernsonst räthsclhaft schien, warum die sogenannten freien Schweizer(die wenigen freien Thäler nnd Städte) die heftigsten, ja unver-söhnlichsten Feinde der Freiheit wurden, inner und außer den Gren-zen der Eidgenossenschaft. Es war ihnen um einträgliche Vorrechte,um ökonomische Vorthcile zu thun. Dafür sollten einige MillionenMenschen in Dienstbarkeit nnd Unwissenheit behalten bleiben.
Man wird aus dem Gesagten auch begreifen, wie in den eigent-lichen Hirtenkantonen der Schweiz der wissenschaftlich gebildete, hell-denkende, freisinnige Mann sich schüchtern in sich selbst verschließennnd zum Unfreiesten werden mußte. Was er zum Gemeinbestenvorbereiten, oder leisten wollte, ward von der unwissenden, sou-veränen Menge nicht verstanden; von den Vornchmern, sobald esZsch. Ges. Schr. 32. Thl. S*