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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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die blauen Augen von blonden Wimpern beschattet; in den an-genehmen Gesichtszügen Ansdruck von Edelsinn nnd gutmüthigerBiederkeit, der das Herz gewann. Mein Lachen hatte diesen bis-her stummen Zuhörer eingesteckt. Er lachte, und bewunderte denNachbar mit mir um die Wette. Nun, wie es so geht, ließ ichmeinen ganzen Muthwillen los, nnd eroberte damit, wider Ver-mnthen, die volle Gewogenheit, fast Zärtlichkeit, unsers Bewun-derten. Er ließ nach Tische fremde Weine bringen, nnd beimlustigen Klang der Gläser, unter dem geistigen Wetterleuchten desWitzes und der Laune, schlossen drei Leute, die einander durchausnicht kannten, das vertraulichste Vcrhältniß unter sich ab.

Folgendes Tags ward ähnliches Leben fortgesetzt »ud so mehrereTage. Der Bloudin und ich faßten wirklich eine Art Zuneigungzu dem älter» Tischfreund, dessen Günstling ich jedoch war undblieb. Wir beiden junger» aber meinten es herzlicher mit einan-der, wir schienen den dritten Mau» nur zu schätzen, weil er derGclegenheitsmachcr zwischen uns geworden war. Wenn er unsnach Tische verließ, schleuderten wir zwei, Arm in Arm, durch dieschmalen steinernen Lauben oder Arkaden, welche sich für die Fuß-gänger längs den Reihen der Häuser von Bern hiuziehcn. Imgegenseitigen Auswcchsel munterer Einfälle und Bemerkungen überAlles, was sich darbot, oder was wir auf Reisen gesehen nnd er-lebt hatten, gaben wir einander unsere Sinucsweise mit aller Un-befangenheit preis, und gewannen damit einander desto lieber.

So war ungefähr eine Woche versioffen, als mein junger Ge-sellschafter Bern verließ. Erst beim Abschiede fiel uns ein, umunsere Namen zu fragen. Ich nannte ihm den meinigen, der ihmso fremd, wie mir der seiuige war. Er nannte sich Aloys Re-diug von Schwyz; war Offizier in spanischen Diensten gewesen,und seit 1788 in sein Vaterland zurückgekommen. Wir zeichnetendie Namen jeder in seinem Taschenbuch aus, weil wir unscrm Ge-