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denen er nicht so bald losgelasse» wurde. Schon unterwegs hatteer mich darauf vorbereitet, daß wir vielleicht vier oder sechs Wochenin der Hauptstadt des größten Schwcizerkantons verweilen würden.Ich ergab mich ohne Murren in mein Schicksal; denn ohne ihnwollte ich nicht reisen, und seine persönliche Bekanntschaft mitvielen der ausgezeichnetsten Männern in Paris war für mich vonzn bedeutendem Werth.
Er setzte mich im Gasthof zum Falken ab, bis er mir in einemPrivathanse Wohnnng verschafft haben würde. Die ersten Tagequälte mich, wenn ich nicht las oder schrieb, lange Weile. DieStadt, in der ich niemanden kannte, war mir mit ihren einförmi-gen, kalten, grauen Häusermafsen etwas nnheimatlich oder „nn-heimelich", wie man in der Schweiz sagt. Die Menschen schienenmir wie ihre Häuser zn sein, kalt, zierlich, steif. Ich vermißtedas trauliche, bürgerliche Leben von Zürich. Alles mahnte michan nr-rcichstädtischeS Patriziat, an aristokratische Magnifizenz. Ichsah in Bern ein Venedig des Gebirgs. An der Wirthstafel ginges mir nicht besser: zwar Tischgcnoffen genug von allerlei Gestaltund Schnitt; aber niemand bekümmerte fiel) um mich und ich redeteniemanden an.
Eines Tages endlich erhielt ich einen Nachbar, der Gesprächmit mir anspann und mich bald mit besonderer Aufmerksamkeit be-handelte. Es war ein ältlicher Herr, etwas vcrschrnmpft und süß-lich, der mir bald deutsch, bald französisch allerlei Dinge erzählte,die wider seinen Willen drolligt heranskamcn nnd mich znm Lachenreizten. Ich bewunderte indessen mit gebührender Artigkeit seineEinfälle und Urtheile, die nichts weniger als gesunde llrtheilsgabeverriethen. Je mehr ich lachte nnd bewunderte, je mittheilcndernur freundschaftlicher wurde er.
Uns gegenüber saß ein schöner, schlanker Mann im blauenFrack; er schien kaum dreißig alt zu sein; ein Blondkopf, selbst