Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

118

einigen sollten. Dieser aber, nachdem May von Schöftland dieStadt Aarau besetzt hatte, welche in ihm ihren Schutzengel gegendes Landsturms Ausgelaffenheil ehrte, rückte mit seinen Schaarenunaushaltsam vor. Das ganze Aargau und Solothurn fielen ihm zu.

Inzwischen erfuhr er, daß Andermatts Heer durchs Aargaugen Bern eile. Mit einer allznängstlichen Vorficht, die er wederden Talenten, noch den Kräften des Feldherrn der Regierungschuldig war, wollte er, schon im Anzuge gegen seine Vaterstadt,wieder nach Solothurn zurückkehren, um sich zu verstärken. Alleindie Versicherung, daß sich die Thore Berns bei seiner Erscheinungvor denselben öffnen würden, bewog ihn, den Marsch dahin fort-zusetzen.

Als er vor Berns Mauern kam, fand er aber nicht une-dle Thore geschloffen, sondern von den Belagerten das Kanonen-feuer lebhaft erwicdert, welches der Vortrab von Erlachs Volkgegen Bern gerichtet hatte. Emannel von Wattenwyl, wel-cher sich zu diesem Vortrab gesellt hatte, befahl dem von Erlach,seine Leute in eine Kolonne zu bilden und in den hohlen Weg desStaldens einzurücken, welcher zur Stadt hinabführt. Erlachhingegen, vielleicht gekränkt, in dem bedeutendsten Zeitpunkt eineuntergeordnete Rolle spielen zu sollen, mehr aber noch aus Furchtvor einem Ausfall der Garnison, oder einem nächtliche» Ueberfallvon Seiten Andermatts, welcher schon in Kirchberg lag, befolgteWattenwyls Willen nicht, sondern zog gegen Abend seine Leutefast eine Stunde Wegs zurück, um eine bessere Stellung bei derPapicrmühle einzunchmen.

Wattenwyl blieb mit dem Vortrab entschlossen vor Bern,und zwang durch fortgesetzte Kanonaden die erschrockene Regierung,noch am gleichen Tage die weiße Fahne auszustecken und eine Ka-pitulation zu schließen. Die mit. ihm dort Gebliebenen warenvoller Erbitterung gegen Erlach wegen seines Rückzuges. Niemand