2m zwanzigste» Jahre seines Lebens ward er reif befunden, inden heiligen Stand zn treten. Das Kapuzincrklostcr zn Altorfin Uri empfing ihn, um in demselben sein Noviziat zu bestehen;und im Jahre 1785 wurde er endlich mit aller Feierlichkeit in denOrden eingeweiht.
Von jetzt an glich sein Leben dem gewöhnlichen aller Kapuziner.Er betete und bettelte. Er wurde von seinen Obern nach Wallis,von da nach Freiburg und endlich ins Kloster von Sursee versandt.An jedem dieser Oertcr hielt er sich drei Jahre ans. Der täg-liche, vertrante Umgang mit den Landlenten, die Kenntniß ihrerGeheimnisse und Schwäche» gaben ihm bald eine hohe Gewaltüber die Herzen derselben. Das Vertrauen des gemeinen Mannesbegleitete ihn allenthalben; reicher mit Almosen beladen, denn seineOrdensbrüder, kam er jedesmal von den Wanderungen durch dieDörfer in sein Kloster zurück. Doch im Gefühl seiner Kraft,welches ihm Zuversicht und Stolz einffößtc, stieß er oft gegen dieengen Schranken des klösterlichen Lebens, und mehr, als einmal,belegten ihn die beleidigten Obern mit empfindliche» Strafen. Aberbeugen konnten sie den hochstrebenden Geist nicht, welcher mit Un-mnth auf den härenen Gürtel und das Gewand frommer Dcmnthund ans die strengen Gelübde sah, die ihn fesselten. Freudigerhätte er sich in das Gewühl der Welthändel geworfen, wo seinemrastlosen Sinn ein nngemeffener Tummelplatz lag.
Es war zn Ende des Jahres 1797, als er in seinen heimat-lichen Kanton von einer Reise durchs südliche Deutschland zurück-kam. Mancherlei Unruhen bewegten in diesen Tagen schon dasVolk von Schwyz, wegen der Rüstungen Frankreichs gegen denschwachen Bund der Eidgenossen. Pater Paul, voll unversöhn-lichen Grolls gegen die Feinde der Kirche und des Vaterlandes,hatte längst zur Sache der Könige gegen Frankreich geschworen.Er stimmte mit leidenschaftlicher Wildheit in de» Zorn seiner Lands-