103
-Martin Stigcr von Nothenthurn und Maria Ulrich vonSteinen, Landleute des Kantons Schwyz, waren seine Aeltern.Er wurde im Jahr 1764 auf dem Bauernhof seines Vaters, ohn-weit Biberegg geboren.
Früh schon in seiner Jugend, so erzähle» die Alters-Genossenvon ihm, welche ihn kannten, verrieth er in unzähligen kleinenHändeln bald mit dem Geschwister, bald mit andern Gespielenkühnen Trotz, unüberwindlichen Eigensinn und einen muntern Geist,welcher nach Beschäftigung jagte. Immer wußte er durch Listoder Gewalt seine kleinen Ziele zu erreichen, und seine Spielge-fährten zu beherrschen. Als Liebling der Mutter entging er oftden Züchtigungen, welche die Folge manches schadenfrohen Streichszu werden drohten.
Der Vater hatte ihn anfangs dem Bauernstände gewidmet; dieMutter aber ahnete mit schmeichelnder Vorliebe ans der Geistes-gewandtheit des kleinen Günstlings seinen höher» Beruf. Sicwollte ihn der Kirche weihen, und in den Orden der Kapuzinertreten lassen. Lange sträubte sich der alte Martin gegen ihre Bit-ten, deren Erfüllung ihm ein Paar nöthige Arme in der Wirth-schaft und einen Theil des ersparten Geldes zum Aufwand für dieStudien des künftigen OrdcnSgeifllichen rauben mußte. Aber dieBeredsamkeit der Gattin, verbunden mit den Vorstellungen einigervon ihr gewonnenen Väter des Kapuzinerordens, besiegten eudlichMartins Widerwillen.
Der junge Paul wurde nun nach Schwyz gesandt, um indem dortigen Klösterli den erforderlichen Schulunterricht zu em-pfangen. Wißbcgicrde und Thätigkeit erwarben dem lebhaftenKnaben der Lehrer Huld. Nach einigen Jahren wurde er, mitEmpfehlungsschreiben von den ehrwürdigen Vätern des Ordens,dem er gehören sollte, in das Kloster Wett in gen gebracht, umdaselbst seine wissenschaftliche Laufbahn zu vollenden.