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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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der Individuen mii dem der Regierung von gleicher Natur; ergab den Würden und Acmtern einen Werth durch sich selbst,nicht immer durch den Geldgewinn. Daher entsprang die Eifersuchtunter den Gliedern des Staats und der Parteien, die gegenseitigüber einander thätige Aufsicht »nd strenge Censur übten. Dortalso war'ö, wo man wahrnehmen konnte, wie die Aristokratie ge-eignet sei, sich selbst zu zähmen."

Diese inner» Verhältnisse, diese vcrschicdenseitige» Gege»^gewichte bewirkten ein festes und zugleich mildes Regiere». DieAbweichungen vom Recht in den Gerichten, Verletzungen höhererArt zu Gunsten der privilcgirten Klaffe waren ungemein selten.Und wenn die patrizischc Jugend Berns vom gleichen Geist derMäßigung beherrscht worden wäre, wie die Rcgiernng selbst, sowürden der Beschwerden minder gehört worden sein. Aber derStolz dieser Jugend gab ihr einen unerträglichen Trotz; währendman sich nur allzuoft von ihr erniedrigt fühlte, glaubte mansich von den Beherrschern unterdrückt."

Unter der im Ganzen sehr weisen Verwaltung Berns hattedas Waadtland bisher geblüht. Dies ist eine Thatsache, die mannicht wegläugnen kann. Ich weiß wohl, man sagt: dieser Wohl-stand der Waadt sei nicht die Frucht edelmüthiger Anstrengungen,tiefgedachter Entwürfe, oder großmüthig dargebrachter Aufopferun-gen von Seiten Berns gewesen; sondern das einzige Verdienst,welches in dieser Hinsicht der Herrscherstadt in Rechnung gebrachtwerden könne, habe nur darin bestanden: daß Bern nichts gethanhabe, nm den Gang der Natur zn fesseln, oder die Verhältnissezn stören, welche das Waadtland begünstigten. Allein wenn ichdies auch zngcbc, so glaub' ich doch, daß dies nicht den Ruhmder Berner-Regierung verdunkle; ich bin sogar überzeugt, manhabe ihr damit eine Lobrede gehalten, ohne es vielleicht zu wollen.Mir scheinet die Kunst guter Regenten nnd guter Aerzte darin