Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

lebt hatte, mußte seinem Herzen nach thenrer dadurch werden,daß es ihm Vaterland und Heiinath wurde. Aber ungleich schmerz-licher war ihm nnn das Schicksal desselben bei der ersten Zer-stückelung des ehemals furchtbaren Polens im Jahr 1772. Diethcilenden Höfe verbreiteten ihre Manifeste; sie ergrübelten Vor-wände, um ihrer Gcwaltsthat empörende Gestalt zu verhüllen,Rechtsgründe, die, sollten sie eingcführt werden, keinem StaateEuropcnS einen rechtmäßigen Beherrscher lassen würden. Glayreward beauftragt, ihnen zu antworten. Polen rief die Dazwischen-kunft der garantirendcn Mächte, Frankreich, England, Dänemarkund Schweden an. Alle aber, nncingedcnk heiliger Verpflichtungen,schwiegen vor der mächtigen Koalition. Mit Waffengewalt besetztesie diejenigen Provinzen, welche sie anzusprechen beschlossen hatte.

Glayre, Zeuge von der Verzweiflung eines tugendhaften Kö-nigs, welcher eines bessern Verhängnisses Werth gewesen, Wagteesihm zu rathcn, eine Krone niederzulegcn, welche er ohne Schmachnicht ferner vor Europa tragen könne. Stanislaus Augusthätte es gewollt; aber die Drohungen seiner Unterjocher zwangenihn auf einem Throne zu bleiben, der von da an, ohne Glanz,ihm nur ein gehässiger Bannsitz geworden.

Seit diesen Ereignissen sehnte sich Glayre nach den stillen Uferndes Lcmaner Sees zurück, voll Abschencs gegen das grausameSpiel der Großen mit den Heiligthümern der Menschheit. Aberes scheint, daß sein Herz sich nicht losreißen konnte von einemGebieter, der ihn von Tag zu Tag mit neuen Beweisen der Huldund Liebe band. Er blieb. Doch die siebenzehn Jahre, welche erseit der ersten Theilung Polens noch in diesem Lande verlebte,waren ohne Zweifel nur ein eben so langer Kampf zwischen seinemWiderwillen vor der treulosen Staatskunst der Höfe, und seinerinnigen Neigung zu den beklagenswerthen Schlachtopfern derselben.

Katharina u. machte ihre Reise nach Cherson. Joseph u.