Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70

Frankreichs jede» Vorwand entrissen zn haben, feindselig zu han-deln, und alle Schweizer desto leichter unter die nämliche Fahnezur kraftvollen Gegenwehr versammeln zu können.

In diesem Sinne sprach er als Mitglied in der durch Aus-gcschvsscne vermehrten Berner Regierung, und als Deputirtcr der-selben in Basel. Er begehrte, daß man, den nahenden Sturm znbeschwören, die Sonveränetät des Volks anerkennen, die damaligeRegierung provisorisch erklären, ans Erhaltung des Schweizerbun-des dringen, der Waadt eine brüderliche Vereinigung, und derfränkischen Nation ewigen Bund'und Schutzbündnis; antragen solle.„Wenn dieses nicht hinreicht," sprach er; „die Gefahr des Vater-landes abzuwcnden: s» bleibt den Repräsentanten des gesammtenVolks nichts anderes übrig, als zu den Bataillonen zu eilen, ihrenMuth bis zur Wuth anznflammen und den süßen Tod fürs Vater-land zn sterben. — In der That, als der unglückliche Generalvon Erlach Mtcrhin zum Oberbefehlshaber des Berner-Heersernannt ward, eilte Bah zu ihm, und bot sich ihm freiwillig zumAide-de-Eamp an.

„Wollte Gott, er hätte meinen Antrag angenommen!" sagteBah nachher: „Entweder wäre der wahrhaft edle Man» nicht alsein Opfer der Vvlkswnth gefallen, oder wenn es mir nicht ge-lungen wäre, ihn, wie mich selbst, umringt von Rasenden mitgespanntem Geschoß und drohenden Säbeln, zn retten; so wäreich bei meiner unbegrenzten Affektion für seine Person wahrschein-lich kein Gegenstand der Verlänmdnng mehrt"

Bah, dem cs nicht an Gewandtheit und Neberredungsgabemangelte, konnte doch weder in Basel beim französischen Geschäfts-träger Mengaud, noch in Bern unter seinen Mitbürgern denZweck seiner politischen Wünsche erreichen. Es fehlte ihm unstrei-tig damals an allgemeiner Ucberstcht und Kenntniß des Ganzen;sowohl die Stimmung des Volks und der Parteien in andern Kan-