1800 wurde verhaftet, ui» nach Bern geführt zu werden, wo dasKantonsgcricht tu seiner und Mouffous Sache sprechen sollte.
Im Gefühl seiner Unschuld, und in der Neberzeugung, mitdem ihm zugekvmmenen Briefe pflichtmäßig gehandelt zu haben,hatte er diesen Ausgang der Dinge am wenigsten erwartet. Ererkannte in den gcwaltthätigcn Verfügungen einen Triumph seinerWidersacher; er konnte den Gedanken nicht ertrage», als Gefan-gener in eben derselben Stadt anfzutreten, die in ihm ihren erstenFeind sah, und nun wegen seines Falles frohlockte. Er beschloßunterwegs zu entfliehen, und — er bewerkstelligte die Flucht, soscharf er auch bewacht wurde. Vielen war die Art, wie er ent-kommen sei, unbegreiflich. In einem Briefe erzählt Laharpe selbstdas Abenteuer folgendermaßen:
„Es war der zweite Juli 1800, Nachmittags »m vier Uhr, alsman mich ans Lausanne fvrtfnhrte. Eine große Menge Volksdrängte sich in den Straßen; die schöne Welt von Lausanne hingüberall in den Fenstern, um sich eine seltene Augenweide zu ge-ben. Nichts desto weniger herrschte in dem Augenblick tiefe Stille,als ich, ein Gefangener, mitten unter diesem Volke erschien, welchesmeinem Muthe, meinem Streben seine Freiheit zu danken hatte.Ich nahm Abschied von meinen Freunden; ich empfahl ihnen meineGattin, meine Mutter, und stieg in den Wagen. Zwei Offizieresetzten sich zu mir, zwei Unteroffiziere stiegen hinten auf, vierHusaren bewachten die Thüren.
„Die Offiziere betrugen sich sehr artig. Einer derselben, derLieutenant Weber, war mir wohlbekannt; er bezeugte mir seinenSchmerz, solchen Auftrag erfüllen zu müssen. Er erbot sich, meinerFrau alles das zu überbringen, was ich wünschen möchte. Ichdankte ihm, ohne es anzunehmen. Man hat geglaubt, ich habediese Offiziere, oder meine Escorte für mich gewonnen gehabt.