»ordamerikanischeu Staaten geworfen, die zu dieser Zeit für ihreUnabhängigkeit fochten, als ihm ein russischer Herr von Einflußvorschlug, ihn auf einer Reise durch Italien zu begleiten.
Rom, die alte herrliche Stadt zu sehen, geboren zur Welt-herrschaft, sei es durch Helden oder Mönche, war zu einladend.Er willigte in den Vorschlag. Die Reise dauerte ein Jahr. Ersah Italiens Wunder, und Malta und Sizilien.
In Rom fand Laharpe die Einladung des Baron vonGrimm, sich nach Petersburg zu begeben, wo ihn die Kai-serin Katharina anstellen wolle. Er ging dahin, und kam 1782in die nordische Kaiserstadt. Der Rang, welchen er in der Waadt-länder Miliz gehabt, wurde ihm bestätigt; so trat er in den russi-schen Dienst. Ein Jahr darauf wurde er dem Großfürsten Alexan-der zugegeben, und sowohl sein, als seines Bruders Lehrer.'
Es war die erhabenste und schönste Rolle, welche ihm in sei-nem Leben das Schicksal gewähren konnte, an der Bildung jungerFürsten zu arbeiten, welche bestimmt waren, einst das Wohl undWeh von vierzig Millionen Menschen, ja eines ganzen Welttheilszu entscheiden"). Er fühlte die Größe des ihm anvertrauten Be-rufs. Er gehörte ihm ganz.
Die ersten Jahre in diesen neuen Verhältnissen waren freilichnicht die angenehmsten für ihn, ungeachtet der glänzenden Außen-seite. Er, der bisher nur unter Büchern und Idealen gelebt hatte,stand jetzt im Gewirr der Hofwelt, und unvertraut mit den sichdurchkreuzenden Interessen, tausendfältig verschiedenen Ansichten
") Laharpe hatte im Jahre 1787 dem Pfarrer Bridel zu Basel einigeBruchstücke seiner Unterweisungen sür die Prinzen mitgctheilt, diederselbe, ohne des Autors Borwiffen, der helvetischen Gesellschaft inOlten 1788 »orlaS, und die mit lebhaftem Beifall ausgenommenwurden.