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- des Schultheißen Ankunft, als sich Männer und Weiber und Kin-^ der hindrängten, den müden Greis zu begrüßen. Mit den schönsten, Empfindungen alter Dankbarkeit und unbestochener Treue umringten
sie ihn. Und als seine Gefährten sein Leben bewachen wolltenwährend der Nacht, sprachen mit empörtem Stolze die Männervon Bricnz: „Wie? sind wir Mörder und Verräther? Nein, wirselbst wollen nnscrn Schultheiß bewachen inner unfern Mauern!"Und sie übernahmen die Wacht.
In den Gebirgsthälern des Oberlandes halte inzwischen derGeist des Aufruhrs und Argwohns alle Verhältnisse so sehr ver-wandelt, daß besonders nach der Ermordung Erlachs an die Vcr-theidigung dieser Länder nicht mehr gedacht werden durfte. Vordem Ausbruch der Feindseligkeiten hatten sich hieher mehrere BernerFrauen mit ihren Kindern begeben, deren Väter, Gatten undBrüder den Fahnen des Vaterlandes ins Schlachtfeld gefolgt warenMit herzlicher Gutmüthigkeit war ihnen die Freistätte geöffnet wor-den, und Jeder hatte gewetteifert, die Zitternden zu trösten. —Aber kaum war die Nachricht vom Falle Berns erschollen, kaumwaren die geschlagenen Flüchtlinge des Oberländer Bataillons inihrer Heimat angelangt, so verbreitete sich auch hier der Argwohn,den sie vom Heere brachten. Wuth und Rachbegierde verdrängtedas Mitleid, welches vor wenigen Stunden noch alle Herzen be-
- wcgt hatte. Trostes und Schutzes beraubt, sahen sich nun die un-glücklichen Frauen und Kinder plötzlich in der Mitte wilder Feinde.Flüche und Drohungen tönten überall. Oft auf das grausamstemißhandelt, wurden sie aus diesen Gegenden vertrieben. Ihnenblieb keine Wahl, als nach dem eroberten Bern znrückzukehren,
r? und die Gnade der Ueberwiuder zu suchen, oder über das Hoch-lgebirg in fremde Kantone zu flüchten.
'' Der Schultheiß, überzeugt von der Unmöglichkeit, in einem
- aller Gesetzlosigkeit preisgegcbencn Lande Widerstand gegen den