werden und ihren Muth zu beleben. Lange stand er da, in, An-gesicht des vordringenden Feindes, und einem mörderischen Kar-tätschenhagel und Flintcnfeuer ausgesetzt. Blutend und fechtendfielen seine Mitbürger neben ihm; nur er fand den gewünschtenTod der Ehre nicht im Streite um den Ruhm des Vaterlandes.
Unweit davon flog ein Munitionswagen in die Luft und zer-schmetterte die meisten umstehenden Männer. Die dadurch vcran-laßte Unordnung, die Lebhaftigkeit des feindlichen Feuers, einwüthender Angriff der französischen Reiterei, welche die Stellungder Berner umgangen hatte, und die immer wachsende Uebermachtdes Feindes nöthigte die Schweizer, nach großem Verlust an Tod-ten und Verwundeten, auch diese Stelle zu verlassen. Hinab vondem Eichenstamm gerissen und im wilden Gewühl der Flucht mitsortgedrängt, sah der greise Schultheiß Berns Schmach, ihm bit-terer, als Tod. Auf die Arme zweier wackern Unteroffiziere, Duki-und Dinkel, gestützt, kam er mitten im Getümmel der fliehendenHaufen, die sein Zuruf vergebens zu neuem Widerstand aufbot,zur Heerstraße, welche unaufhörlich von den feindlichen Kanonenbestrichen ward, bis auf die Anhöhen unmittelbar vor Bern. Hiernahm der ungleiche Kampf durch Uebergabe der Stadt ein Ende.
Noch einen düster» Blick des Schmerzes senkte der fiebenzig-jährige Mann auf die gefallene Vaterstadt. Dann wandte er ihrden Rücken, sah die Unglückselige nicht wieder, und begab sich,von einigen Getreuen begleitet, in die Gebirge des Oberlandes.
Hieher hatte die Regierung, ungewiß des Verhängnisses, schongeraume Zeit vorher beträchtliche Vorräthe von Waffen und Geldgesandt. Unterstützt von den unerschrockenen Bergvölkern, und be-günstigt von der Natur, welche hier zur Schirmung der Freiheitunersteigliche Wälle von Felsen und Gletschern neben den Engpässenund Schlünden wilder Thäler gebaut hatte, hoffte man, wenn