Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
379
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Ancona zugeflüchtet wäre, um sich nach Venedig zu rette». Eingroßer Haufen der Verbannten treibe sich in der Gegend von Nieteumher, wo sie alles Korn auffingen, was den Tiberfluß hinab nachNom ginge, und sie hätten tägliches Gefecht mit Don VirginiaUrsini, dem päpstlichen Feldherrn. Auch Don Marco de Sciarrawäre dabei. Aber die Sache neige zum Ende, und Jeder bringeseine eigene Haut in Sicherheit.

Eben dies erfuhr ich auch andern Tags auf der römischen Land-straße, wo ich mit den Landleuten redete, die Korn nach Nomführten; denn in der Stadt, wie sie sagten, war großer Mangel.Nun gereuete cS mich keineswegs, daß ich nicht, wie es anfangsmein Wille gewesen, ins Gebirg gegangen, den Piccolomini zusuchen. Doch fing mir die Flucht des Piccolomini an großes Be-sorgniß zu erwecken, und der Argwohn, welchen Donna Lucia inmir angeblasen, schien gerechtfertigt werden zu wollen. Falls DonAlfonsv Herr des Spiritus familiaris wäre, dachte ich in mir selber,möchte er aller menschlichen Nachstellungen spotten; er würde alle-zeit des Geldes vollauf haben, und an Anhang könne es ihmnicht fehlen.

Zu Nom kehrte ich in eine geringe Herberge ein, wohin armeBürgersleute zu gehen pflegen; auch gab ich den Leuten vor, ausDeutschland zu kommen, um zu St. Peter Ablaß zu holen. Ichthat es aber, weil mir Geld fehlte. Folgenden Tages kaufte ichmir vor einer Bude sogleich saubere Tracht und einen Degen, undging damit in meine Herberge und kleidete mich neu. Dann machteich mich auf, Don Bevilacqua zu suchen und ließ mich zu der Woh-nung führen, die er mir schon in Verona bezeichnet hatte. Alsich aber dahin kam, vernahm ich mit großer Bestürzung, wie ervor einem Monat nach Florenz abgereiset sei, weil er die böseLuft von Rom nicht hatte ertragen können.

Nnn war ich in großer Noth, denn ich hatte Alles, was mir