Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
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Der Pflanzer in Cuba

i.

Die merkwürdiger» oder größern Menschen des Zeitalters sind,im Auge des vorurtheillvsen Weltbeobachters, noch immer diejeni-gen, welche, je nachdem das Schicksal das Spiel der Begebenhei-ten mischte, zufällig eine bedeutsame Stellung, oder gar eine so-genannte Unvergänglichkeit des Namens gewannen. Kein Sterb-licher ist das Alles selbst, was er, als Werkzeug des Verhäng-nisses, wird; er glänzt nur durch den Wiederschein der ihn umrin-genden Verhältnisse; und seine Größe verschwindet mit ihnen. Wohlmancher Homer oder Shakespeare verdirbt unbemerkt im Aktcn-oder Schulstaub, ohne sich je ganz zu erkennen, oder ohne daß ihndas Schicksal kennen wollte. Mehr als ein Cäsar, oder Napo-leon, schlägt sein Leben lang nur das Kalbfell der Trommel;und im bäurischen Zwilchkittel geht mancher königliche Geist ein-her, während Purpur und Krone den Leib einer Taglöhnerseelevergöttern.

Unter den Sterblichen, die mir ans dem Lebenswege begeg-neten, steht auch einer, der im Aeußern ganz unscheinbar, vonWenigen nur gekannt, aber von diesen verehrt, durch Hoheit derDenkart und Stärke des Gemüths meine Aufmerksamkeit fesselte.Er wohnt nicht in Europa, sondern auf einer der westindischenInseln; ist da Pflanzer in einer weiten, aber fruchtbaren Einsam-keit, allein mit seinen Sklaven, die ihn wie einen Vater lieben.