Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
327
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„Für Euch, Fräulein, was Ihr wollt; ich verlange keinen an-dern Sold, als nur in Eurer Nähe zu athmcn,"

„Was wollet Ihr? Ihr sehet, daß ich eine unglückselige Ge-fangene bin, Mein Stiefbruder und seine Mutter hassen mich. Ichbin sehr elend."

„O Fräulein, saget das nicht, so lange mein Blut und GutEuch helfen kann. Der Himmel aber wäre treulos an sich selbst,wenn er Euch verließe,"

Da ich diese Worte gesprochen, zerfloß sie stillweincnd in Thrä-nen. Da vermochte ich'S nicht länger über mich, und siel weinendder Göttlichen zu Fußen und rief: „Tödtct mich lieber, als daßich Eure Thränen sehen muß."

Sie ging von mir mit raschen Schritten, verriegelte die Thürdes Vorsaals, kehrte zurück, und hob mich vom Boden. „Siekommen vielleicht bald zurück, also — vertraue ich mich blindlingsEuerm Herzen. ES muß geschehen, Gott und die heilige Jung-frau mögen mir helfen! Habet Ihr Muth, Don Bastiano?"

„Für Euch zu jedem Tod, Fräulein."

„Schwört Ihr, mich nicht zu vcrrathen, wenn Ihr nicht helfenkönnet? "

Ich küßte ihre Hand und sprach: „Bei dem Heiligsten, wasich unterm Himmel kenne, bei Euch selbst!"

Sie erröthcte und wand ihre Hand aus der meinigen. Ich aberhielt sie mit Inbrunst fest, und fragte: „Zürnet Ihr mir darum?Gebietet mir, was Ihr wollet, nur nicht, daß ich aufhöre, Euchanzubeten."

Sie ließ ihre Hand in der meinigen, und sah mich milde seit-wärts an, und sprach: „ Bastiano, Ihr seid Wohl ein rechtschaffenerKavalier. Ich schätze Eure Freundschaft. Ich will mich ihr ver-trauen."

Darauf erzählte sie mir unglaubliche Dinge, wie sie seit Kind-