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7 (1851)
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heit in die Gewalt ihrer gottlosen Stiefmutter gekommen, welchenebst Don Domenico vielen Aufwand mache, ohne Vermögen zuhaben. Wie beide allerlei reiches Volk unter allerlei VorwandauSzuplündcrn verstehen, und selbst sich dazu der Stieftochter be-dienen, wiewohl diese voller Abscheu gegen deren schändliches Ge-werbe gewesen. So seien jetzt Mutter und Bruder bereit, sie anden Kardinal Giuliano zu verkuppeln, der ihnen große Summenund Leibgcdinge verheißen, wenn sie Hermingarden vermöchten,sich seinem Willen zu ergeben, und seine Liebe anzuhören. Do-mcnico, ein gefährlicher und boshafter Mann, habe ihr mit demunfehlbaren Tode gedroht, wenn sie nicht gehorche. Darauf hätteHcrmingarde nur angehalten, daß sie zuvor noch eine Wallfahrtzum heiligen Hause von Loretto thun dürfe, wo sie Gelübde lösenwolle; nach dem gedenke sie ihr Wort zu geben, doch nie zuvor.Sie habe aber dies Begehren nur darum gestellt, daß sie Zeitoder Gelegenheit zum Entweichen gewönne. Jedoch außer dem einenMale, da sie zum Kreuz gegangen, mir das Bild zurückzugebcn,sei es ihr nie gelungen, der strengen Aufsicht zu entschlüpfen.

„Nun aber," fuhr sie fort, „glaube ich, die heilige Jungfrauhat meine tausend Seufzer und Thränen erhört, und Euch mirgesandt. Auch seid Ihr mir allezeit im Sinn gelegen, seit ichEuch gesehen, und habe Euch nicht vergessen. Doch konnte ichmich Euch nie offenbaren, aus Furcht, mich und Euch ins Unglückzu stürzen. Gott und der heiligen Jungfrau aber sei Dank, daßsic uns diesen Augenblick gegeben."

Nach diesem erklärte sie mir, sie wolle diese Nacht entfliehenoder sterben. Wenn ich sie aber zu einer Frau unweit Montcfias-cvne am Bolsener-Sec bringen wolle, die als Magd im Hauseihres Vaters gedient, und sehr rechtschaffen sei, werde sie mirlebenslang erkenntlich sein. Dort hoffe sie verborgen zu leben undden Nachstellungen ihrer Stiefverwandten zu entkommen.