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Dieser Zuspruch erfüllte mich mit großem Schrecken; den» ichkannte die Macht der Familie Ghisllierl und die Strenge der Ge-setze bei den Venctianern. Zudem hatte ich keinen, der sich meinererbarmen konnte, als Thorhaimern, oder höchstens Donna Mathilde.Allein ich durfte auf jenen nicht hoffen, und noch minder, daß dieletztere sich für den Mörder ihres Gemahls verwenden werde. Auchist es von beiden nicht geschehen.
Die erste Nacht im Kerker verstrich mir langsam unter Kummerund Schrecken, und ich konnte kein Auge schließen. Um die Mitter-nachtsstunde hörte ich von Zeit zu Zeit an den Hängschlöffern vor-der Kerkerthür rütteln; oder Fußstapfen neben mir hingchen; oderein stilles Seufzen neben mir, wie eines Menschen, der sterbenwill. Beständig war mir Don Ghistlieri'S blutiger Leib vor demGesicht, und ich konnte cs nicht wegwische». Ich brachte darauf dieNacht im Gebet zu, und erwartete mit Ungeduld das Tageslicht.
Am andern Morgen fragte ich den Kerkermeister, ob er vor-der Thür gewesen in der Nacht, und von wannen das ängstlicheSeufzen möge zu mir gedrungen sein? Er schüttelte den Kopf undsprach: er sei nie vor der Thür gewesen und Niemand. Doch sollteich nicht zagen, denn cs sei noch keinem Leides in diesem Gemachwiderfahren, wiewohl alle geklagt hätten, die vor mir darin ge-wesen. Dies nächtliche Uebel sei entstanden, seit der BergamaSkerRuggieri sich darin mit eigener Hand erdrosselt habe. Dieser Ruggierihatte einen Mönch erschlagen und die Kirche zu Marostiea beraubt.
Da bat ich ihn, er möge mir ein anderes Gemach geben; eraber weigerte es und ließ mich wieder allein.
So verging ein Tag nach dem andern; und ich erwartete immer,vor daS Gericht gestellt zu werden. Allein erst am dritten Tag er-fuhr ich, daß die Richter nicht versammelt wären um der Ferienwillen, und ich mein Schicksal in Geduld erwarten müsse. Dasbrachte mich in große Betrübniß, denn ich wünschte zuletzt lieber