auf mich nieder und entrissen mir den blutigen Degen. DonnaMathilde fuhr mit entsetzlichem Geschrei durch das Gemach undwollte es wehren, daß man mich bände. Aber sie banden mir den-noch Hände und Füße, daß ich ganz in ihrer Gewalt war, undtrugen mich hinaus in ein finsteres Kämmerlein, wo ich nieteStunden auf einem harten Bett liegen blieb.
Da hatte ich Zeit, mein Schicksal zu überlegen, welches jetztanfing, mich zn verfolgen; und ich empfahl mich Gott und denlieben Heiligen, und bereuete alle meine Sunden von Herzens-grund*).
Als es schon dunkle Nacht geworden, brachte man mir Trankund Speise, löscte meine Bande und sagte, ich sei ein Gefangenerund müsse vor Gericht; denn Don Ghifilicri sei nach einer halbenStunde Todes verblichen und ich als Mörder desselben angeklagt.Darauf legten sie mir eine Kette an Hand und Fuß, führten michhinaus in einen Wagen, und brachten mich zur Stadt in ein Ge-fängnis;. Neben dem Wagen gingen mehrere bewaffnete Gerichts-knechte. _
Der Tag zu Peschiera.
Der Kerkermeister war ein harter und unbeweglicher Mann, denner gestattete mir nicht, weder den Thorhaimer zu sehen, noch dem-selben zu schreiben; doch verhieß er mir, daß wenn das Urtheilüber mich ausgefällt sein würde, solle ich sprechen, wen ich wolle,auch Geräth empfangen, meinen Verwandten zu schreiben. Bisdahin solle ich mich ruhig verhalten, und meine Seele vorbcreiten,denn ich werde schwerlich mit dem Leben entkommen, da die ganzeFamilie des Do» Ghifilicri meine Hinrichtung verlangen müsse.
*) Hier folgen im Original einige andächtige Betrachtungen mit Gebetenuntermischt, die gegen das Vorhergehende wunderlich genug absicchen.