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Mitterweile hörten wir an dem einen Ende des SpeisesaalSsehr schwere Tritte; nnd als ich die Augen dahin richtete, erblickteich die Bildsäule der Himmlischen, und sie schritt mit langsamemGange vorwärts. Auch Piccolomini hat sie gleich bemerkt. Aberder Freund des Don Andreazzi, dessen Name mir entfallen, schienmit Taubheit und Blindheit geschlagen zu sein; denn er hörte nichts,wiewohl der Fußboden mit jedem Schritt der Bildsäule bidmete;sah auch nicht um, von wannen das Getöse kam, sondern fülltemeinen Becher, und ermahnte mich zum Trinken, sagend: „DieHerren Deutschen verschmähen sonst unsere Weine nicht!" — Alleines ist mir alle Kraft gewichen, und obwohl mir die Zunge trockenward, wie ein Scherben, mochte ich den Becher nicht aufheben,sondern ich starrte unaufhörlich die wandelnde Bildsäule an. Schrittum Schritt kam sie näher, blieb am leeren Stuhl vor mir stehen,und obwohl sie hart am Freunde des Don Andreazzi stand, bemerkteer doch ihr Dasein nicht, sondern sah gleich einem Blinden gleich-gültig über Alles hin, und sprach lustig lebhaft fort, und Picco-lomini mußte ihm antworten. Als er bemerkte, wie ernsthaft ichgeworden, setzte er mir nur eifriger mit Trinken zu; auch Picco-lomini also, der mir den Becher aufdrang, sagend: ich sei blaßund nicht recht wohl.
Schweren Schrittes war die steinerne Gestalt am Tisch vorbei.O wie soll ich ausdrückcn die Würde, Holdseligkeit und süße Be-trüblich in den Geberden dieses schönen Antlitzes! Und wie sollich sagen, was meine Seele empfunden hat? Ich war fortan meinerselbst unbewußt, und sah nicht mehr, was um mich war und sprach,sondern allein die HimmelSgestalt, die mich mit Grauen, Wollustund Schrecken erfüllte. Ich gedachte aufzuspringen, nnd die Wun-dergestalt oder das Gaukelspiel noch einmal so nahe zu betrachten;doch sind mir die Knie eingebrochen, als wären meine Sehnenzerschnitten. Der Herr von Monte-Marciano winkte mit gebieten-